Fuchs Petrolub

Schmierstoffe Mannheimer Familienunternehmen wächst und investiert / Analysten überrascht von gutem Quartalsbericht

Fast 900 Mitarbeiter bei Fuchs

Archivartikel

Mannheim.Asien, Amerika, Afrika, Europa – der Blick auf die Landkarte dürfte Stefan Fuchs (Bild), Chef des Mannheimer Schmierstoffherstellers Fuchs Petrolub, freuen. Beinahe in jeder Region dieser Welt legt das Mannheimer Familienunternehmen kräftig zu – und das seit Jahren. 2018 behält der Konzern den Kurs bislang bei. Das zeigt der Halbjahresbericht, den Fuchs und Finanzchefin Dagmar Steinert gestern vorlegten.

„Wir haben anhaltend starkes Wachstum“, sagte Vorstandschef Fuchs. Die Umsätze legten im ersten Halbjahr um mehr als sechs Prozent zu – ohne die Währungseffekte wären sie allerdings doppelt so hoch ausgefallen. Das liegt am starken Euro. Dadurch fallen Umsätze, die in Ländern mit schwachen Währungen erzielt werden, bei der Umrechnung niedriger aus. Das trübt die Stimmung beim Traditionskonzern jedoch nur wenig. Im zweiten Quartal hätten sich die Effekte deutlich abgeschwächt, in naher Zukunft sollten sie kaum noch zur Last fallen, so Steinert.

Die Ergebnisse der vergangenen Jahre nutzt der Konzern, um eine Investitionsoffensive zu fahren. „Eine der größten der Unternehmensgeschichte“, sagte Fuchs. Seit 2016 steckt das Unternehmens rund 340 Millionen Euro in den Aus- und Neubau von Anlagen. In China ist gerade ein neues Werk im Werden, Anfang des Jahres eröffnete Fuchs ein Forschungslabor im australischen Beresfield. Von 2019 bis 2021 sollen weitere 100 Millionen Euro in die Hand genommen werden. Von alledem profitieren auch die deutschen Standorte, vor allem rollen die Bagger in Kaiserslautern. Dort werden unter anderem Büro- und Lagerflächen verdoppelt. Auch in Mannheim werde es allmählich eng, weshalb man sich nach weiteren Flächen umschaue. Am Stammsitz arbeiten mittlerweile fast 900 Menschen.

Dass kräftig Geld ausgegeben wird, macht sich bei den Mitarbeiterzahlen bemerkbar. 2017 knackte Fuchs weltweit die 5000-Mitarbeiter-Marke, mittlerweile sind es 5287. In Mannheim arbeiten derzeit 897 Beschäftigte.

An der Börse kam das Ergebnis gut an. Zwischenzeitlich legte die Aktie um mehr als sieben Prozent zu und sprang an die MDax-Spitze. Die Zahlen fielen besser aus, als dies Analysten zunächst vorhergesagt hatten. Die Markterwartungen seien übertroffen worden, so Baader-Bank-Analyst Markus Mayer.

Öle und Fette für Autos

Die Prognose für das laufende Jahr bestätigt Fuchs. Beim Umsatz will der Konzern um drei bis sechs Prozent wachsen. Beim Vorsteuerergebnis erwartet der Konzern eine Steigerung zwischen zwei und vier Prozent.

Fuchs ist weltweit einer der größten Hersteller für industrielle Schmierstoffe. Öle und Fette des Konzerns werden zum Beispiel im Automobilbereich eingesetzt, etwa als Schmiermittel für Stoßdämpfer oder Schiebedächer.