Fußball

Fußball Robben und Ribéry im Münchner Titel-Endspurt ohne Chance gegen Gnabry und Coman

Abschied in der Jokerrolle

Archivartikel

München/Madrid.Das letzte Bayern-Jahr hatten sich Franck Ribéry und Arjen Robben anders vorgestellt. Ebenso die Münchner Bosse. Und die Fans des FC Bayern sowieso. Eine große Abschiedssaison soll(t)en der 36 Jahre alte Franzose Ribéry und der ein Jahr jüngere Niederländer Robben beim deutschen Fußball-Rekordchampion feiern. Doch statt schillernder Hauptrollen winken dem Champions-League-Sieger-Duo von 2013 auch in den letzten Wochen als Bayern-Angestellte Nebenrollen. Die Bayern-Gegenwart auf den Flügeln verkörpern längst die jungen Nachfolger der Zukunft: Serge Gnabry (23) und Kingsley Coman (22).

Niko Kovac befindet sich in einer Zwickmühle. „Klar“, sagte der Trainer, wolle man Ribéry und Robben einen gebührenden Abschied bescheren: „Ich bin guter Dinge, dass sie in den nächsten vier Spielen noch Einsatzminuten bekommen.“ Aber Kovac weiß eben auch, dass für Sentimentalitäten gerade kein Raum ist. Selbst wenn es heute (15.30 Uhr) gegen den Tabellenletzten Hannover 96 geht, der in München absteigen könnte. „Wir müssen erfolgreich sein. Und da werden diejenigen spielen, die die Nase vorne haben“, äußerte Kovac deutlich: „Wir werden nicht anfangen, alles über den Haufen zu schmeißen und sagen: Okay, jetzt müssen wir jemandem einen Abgang verschaffen. Da muss erst das Sportliche stimmen.“ Meistertitel und Pokalsieg haben Priorität. Für das vorletzte Heimspiel bedeutet das: Die Flügelzange gegen Hannover heißt Gnabry/Coman, nicht Robbéry. Immerhin gibt es die Aussicht, auch als Einwechselspieler für große Joker-Momente sorgen zu können. „Sie sind gesund, sie sind motiviert“, berichtete Kovac.

Unterdessen kehrt James Rodríguez nach einem spanischen Medienbericht im Juni nach zwei Jahren als Leihspieler zu Real Madrid zurück. Die Bayern wollen die Kaufoption für den kolumbianischen Nationalspieler nicht ziehen, schrieb die spanische Sportzeitung „Marca“. Der 27 Jahre alte James werde damit vom 15. Juni an wieder beim spanischen Rekordmeister spielen.

James vor Real-Rückkehr

Aktuell ist James verletzt, er verpasst wegen der Wadenblessur auch das Hannover-Spiel. Die Bayern besitzen eine einseitige Option, James für 42 Millionen Euro fest zu verpflichten. „Marca“ zufolge könnte eine Rückkehr zu Real nur eine kurze Zwischenstation sein, da Zinédine Zidane nicht begeistert von dem Offensivspieler sein soll. Der im März zu den Königlichen zurückgekehrte Franzose soll intern klar gemacht haben, dass es im neuen Kader keinen Platz für James gebe. dpa