Fußball

Fußball Niederlage in Frankfurt stoppt die Aufholjagd von Schlusslicht 1. FC Köln

Acht Minuten des Schreckens

Köln.Tradition schlägt Abstiegskampf – in der fünften Jahreszeit gibt es da beim 1. FC Köln kein Wenn und Aber. Auf die Frage, ob das Schlusslicht trotz des 2:4 bei Eintracht Frankfurt am Rosenmontagzug teilnehmen werde, reagierte FC-Trainer Stefan Ruthenbeck auch deshalb etwas dünnhäutig. „Wenn Sie sich unseren Trainingsplan angeschaut hätten, wüssten Sie, dass wir in den letzten Wochen viel trainiert haben“, erklärte der zum Cheftrainer beförderte A-Jugend-Coach – und erinnerte an den engen Bezug zwischen Stadt und Verein: „Der Rosenmontagszug in Köln ist aus der Historie heraus etwas, wo sich der FC zu präsentieren hat. In guten Zeiten lassen wir uns feiern. In schlechten Zeiten sollten wir präsent sein, auch wenn es vielleicht Pfiffe gibt.“

Ob die FC-Mannschaft heute in Feierlaune sein wird, ist nach der 15. Niederlage im 22. Ligaspiel zu bezweifeln. „Wir hätten den Fans gerne einen Sieg geschenkt. Bei uns wird auf dem Umzug keine Karnevalsstimmung aufkommen“, erklärte Verteidiger Dominique Heintz. Mittelfeldkollege Marco Höger pflichtete ihm bei: „Uns war klar, dass wir nicht nur 17 Mal Hurra-Fußball zeigen, nur weil alle wieder fit sind. Wir hatten auch in der Vorsaison solche Spiele dabei. Jetzt tut es aber umso mehr weh, weil wir eigentlich jedes Spiel gewinnen müssen.“

„Was ist passiert?“

Da auch der 16. Mainz (20 Punkte) und der Vorletzte HSV (17) verloren, bleibt die Lage des Tabellenletzten (13) nicht völlig aussichtslos. Ein Klassenerhalt käme aber zunehmend einem Wunder gleich. Zumal die Kölner unter anderem noch gegen Bayern, Leipzig, Leverkusen und Schalke ran müssen. Der Höhenflug nach dem Trainerwechsel, der die Rheinländer zu zehn Punkten aus vier Partien geführt hatte, scheint verpufft zu sein. Eine Woche nach dem 2:3 gegen Dortmund offenbarte der FC eklatante Defensivschwächen. „In der zweiten Halbzeit waren wir dran. Dann kam das 1:1, das Spiel kippt ein bisschen in unsere Richtung und eigentlich denkst du: Jetzt geht’s los“, fand Ruthenbeck.

Es war ein Blick auf die Dinge, der bestenfalls auf die fünf Minuten vor dem Ausgleich durch Doppelpack-Torschütze Simon Terodde (57./Foulelfmeter, 74.) zutraf. Kurz darauf nahmen die Frankfurter Marco Russ (59.), Simon Falette (65.) und Marius Wolf (67.) die FC-Abwehr mit erschreckender Leichtigkeit auseinander. „Wir haben zu einfache Gegentore bekommen. Du fragst dich: Was ist in den acht Minuten passiert?“, war auch Ruthenbeck klar.

Nach Rosenmontag werden sich die Kölner wieder voll dem Abstiegskampf widmen. „Wir werden uns nicht aufgeben, da stehen wir in der Pflicht“, stellte Winterneuzugang Terodde (fünf Spiele/fünf Tore) klar. Und auch Ruthenbeck betonte: „Wir haben zwar ein Spiel weniger, um den Rückstand aufzuholen, aber die Hoffnung ist noch da.“