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Fußball Vor dem Duell zwischen Manchester City und Liverpool spricht Ilkay Gündogan über das Wiedersehen mit Jürgen Klopp

„Alles ist möglich“

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Manchester.In der englischen Fußball-Premier-League kommt es heute zum Kracher zwischen Titelverteidiger Manchester City und dem unbesiegten Tabellenführer FC Liverpool. Bei Man City freut sich der deutsche Nationalspieler Ilkay Gündogan auf das Wiedersehen mit Jürgen Klopp. Unter dem Liverpool-Coach gewann er mit Borussia Dortmund in der Saison 2011/12 das Double. Im Interview spricht der 28-Jährige über Druck und Vorfreude.

Herr Gündogan, wie sehr steht Manchester City vor dem Spitzenspiel gegen Liverpool unter Zugzwang?

Ilkay Gündogan: Ja, na klar ist da Druck dabei. Wir haben jetzt in zwei der letzten drei Spiele leider sechs Punkte liegen lassen – unnötigerweise. Das hat uns in eine deutlich schlechtere Position gebracht, sonst wäre es ja nur ein Punkt Unterschied zu Liverpool, dann hätten wir es jetzt in der eigenen Hand, das Spiel zu gewinnen und wieder Tabellenführer zu werden. Nun sind wir sieben Punkte hinter Liverpool und fast ein bisschen abgeschlagen dahinter. Aber wir haben die Chance, auf vier Punkte zu verkürzen.

Bei so einem Spiel sprechen viele von einer Vorentscheidung. Ist das aus Ihrer Sicht verfrüht?

Gündogan: Wenn wir das Spiel verlieren, dann wäre das eine große Enttäuschung. Wenn wir das nicht verlieren, dann ist alles möglich.

Hatten Sie in den Tagen vor dem Spiel Kontakt zu ihrem alten Trainer Jürgen Klopp?

Gündogan: In der letzten Zeit hatten wir gar keinen Kontakt. Aber wenn ich ihn dann spätestens beim Spiel treffe, werden wir vielleicht ganz kurz vor dem Anpfiff sprechen, aber nach dem Spiel mit Sicherheit auch etwas länger, dann gibt’s eine Umarmung, und dann geht wieder jeder seinen eigenen Weg. Bei solchen Spielen freut man sich immer, alte Weggefährten wiederzutreffen. Und bei Kloppo ist das sowieso der Fall, da freue ich mich drauf.

Wenn es mit der Titelverteidigung für Man City nicht klappt, kann man dann eigentlich jemand anderem die Meisterschaft gönnen?

Gündogan: (lacht) Ich glaube, man kann einfacher gönnen, wenn man von Anfang an weiß, dass man eh keine Chance hat, den Titel zu gewinnen. Aber wenn man ganz genau weiß, dass man in der Lage ist, den Titel zu gewinnen, die notwendige Qualität dafür hat, die Saison entsprechend läuft und man immer oben mit dabei ist, dann ist es extrem schwer, jemand anderem den Titel zu gönnen. Ob ich Klopp das gönne? Das ist schwer zu sagen. Es sind ein paar Jahre vergangen, seit ein Team in der Premier League den Titel verteidigen konnte. Deswegen wäre es natürlich schön, wenn wir das schaffen würden, daher ist es schwierig zu gönnen.

In der Champions League geht es für Sie im Achtelfinale gegen den FC Schalke. Ist das ein Traumlos?

Gündogan: Ja, das ist ein sehr schönes Los, weil man zurück nach Hause kommt und die Möglichkeit hat, wieder mal gegen eine deutsche Mannschaft zu spielen. Gerade wenn man im Ausland spielt, bekommt man nicht oft die Möglichkeit, nach Hause zu fliegen. Ich freue mich sehr, wieder mal in Gelsenkirchen zu spielen. Und es wird ein schönes Gefühl sein, dort aufzulaufen.

2018 war ein turbulentes Jahr für Sie, wie fällt ihr Fazit insgesamt aus?

Gündogan: Die Gesundheit ist am wichtigsten, deshalb bin ich froh, dass ich 2018 ohne größere Verletzungen überstanden habe. Dass ich sehr viele Trainingseinheiten machen konnte und sehr viele Spiele spielen durfte. Das sollte man im Rückblick nie vergessen. Es wird oft zu wenig wertgeschätzt, dass man gesund bleibt. Was den Erfolg angeht, bin ich mit dem Club sehr zufrieden. Mit Meisterschaft und Ligapokal haben wir im Sommer ein sehr schönes Jahr gekrönt, auch wenn vielleicht etwas mehr drin war. Bei der Nationalmannschaft gibt es natürlich deutlich Steigerungspotenzial. 2018 war für uns sehr, sehr enttäuschend. Da müssen wir uns für 2019 mehr vornehmen, um den Ansprüchen wieder gerecht zu werden.