Fußball

Fußball Comebacks von Trainer-"Rentnern" verliefen nicht immer glücklich / Borussia Dortmund war im Jahr 2000 mit einem Versuch erfolgreich

Alter schützt auch vor Abstiegen nicht

Düsseldorf.Im deutschen Liga-Fußball gibt es eine ganze Reihe von älteren Trainern, die nach längeren Auszeiten wieder einen Job übernahmen. Wir listen einige ausgewählte Beispiele auf.

Rolf Schafstall

Dynamo Dresden verpflichtete Schafstall am 2. Februar 1999 - im Alter von 62 Jahren. Er war seit seiner Beurlaubung im Jahr 1994 bei Hannover 96 nicht mehr im Bundesligageschäft aktiv. Das war dem heute 80-Jährigen bei Dynamo auch anzumerken: Er kam sowohl mit der Spielweise als auch mit den Umständen im Club überhaupt nicht klar und war am 30. März 1999 schon wieder Geschichte.

Fred Schulz/Fritz Langner

Der damalige Werder-Bremen-Manager Rudi Assauer verhalf beiden Herren zu späten Comebacks. Assauer aktivierte Schulz 1978 im Abstiegskampf. Der damals 74-Jährige hielt als "Strohmann" für den Manager her, der als Coach übernahm, aber keine Lizenz hatte. Werder blieb drin. Zwei Jahre später verlief eine ähnliche Aktion glücklos: Langner kam mit 68 Jahren aus dem Ruhestand als Assauers Mann mit Lizenz zurück: Doch mit dem "eisernen Fritz" stieg der Club ab.

Udo Lattek

Zwischen Latteks sechsmonatigem Engagement beim Schalke 04 in der Saison 1992/93 und seiner Rückkehr auf die Trainerbank lag eine Menge Zeit. Im Jahr 2000 rief ihn Borussia Dortmund, als der BVB in akute Abstiegsgefahr geraten war. Zusammen mit Assistent Matthias Sammer bewahrte der damals 65-Jährige die Westfalen vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit. Danach war endgültig Schluss mit dem Trainerdasein. Nach eigenen Angaben erhielt Lattek für seinen Kurzeinsatz eine Gage von rund zwei Millionen Mark.

Helmut "Fiffi" Kronsbein

Kronsbein war am 27. Dezember 1979 bei seiner Rückkehr auf die Trainerbank von Hertha BSC nach fünf Jahren Pause 65 Jahre alt und durfte das Training nur sechs Monate bis Saisonende leiten.

Otto Rehhagel

Auch "Rentner" Rehhagel durfte bei Hertha BSC vom 19. Februar 2012 an nur sechs Monate arbeiten. Dann hatte sich sein Mythos erschöpft. Er war mit knapp 74 Jahren als "Retter" nach Michael Skibbe geholt worden - und konnte den Abstieg nicht verhindern. Hertha scheiterte in der Relegation an Düsseldorf.

Max Merkel

Vier Jahre lang war Max Merkel schon aus dem Geschäft, ehe er am 27. November 1981 mit fast 63 Jahren sein Comeback beim damaligen Bundesligisten Karlsruher SC als Nachfolger von Manfred Krafft gab. Die Fans im Wildpark buhten ihn aus, das Spiel gegen den 1. FC Köln ging mit 1:4 verloren.

Werner Lorant

Nach seiner letzten Trainerstation 2012 in der Slowakei rettete Kultcoach Werner Lorant 2015 den bayerischen Bezirksligisten TSV Waging am See vor dem Abstieg. Nachdem das Ziel erreicht war, hörte der damals 67-Jährige wieder auf. dpa/sko