Fußball

Fußball Bremen ärgert sich bei 2:2 in Leverkusen über Referee

Amiri gleich zweimal im Fokus

Archivartikel

Leverkusen.Maximilian Eggestein war völlig ratlos. „Ich habe keine Ahnung mehr, was Handspiel ist. Wenn der Videobeweis in einer solchen Szene nicht genutzt wird, wann dann?“, fragte sich Werder Bremens Mittelfeldspieler nach dem 2:2 (1:1) bei Bayer Leverkusen. In der Nachspielzeit hatte der Leverkusener Nadiem Amiri mit einer Grätsche einen Schuss von Einwechselspieler Benjamin Goller geblockt, dabei den Ball auch mit den Händen berührt. Schiedsrichter Martin Petersen aus Stuttgart bewertete das – wegen freier Sicht auf die Szene ohne Einsatz des Videobeweises – als sogenannte Abstützhaltung.

Verstehen konnten die Bremer das nicht, auch wenn ein Siegtor in dem unterhaltsamen Samstagabendspiel am Ende doch recht glücklich gewesen wäre. „Ich war früher Torwart und so bin ich in Bälle reingegangen. Das kein Abstützen, das war ein Reinrutschen“, befand Werder-Coach Florian Kohfeldt. Doch der Bremer Trainer wollte den Schiedsrichter nicht an den Pranger stellen. „Das wäre ein Elfmeter gewesen. Aber ich bin weit davon entfernt, dass als große Ungerechtigkeit zu empfinden“, meinte Kohfeldt, wohlwissend, dass sein Team auch mit dem 2:2 ein durchaus gutes Ergebnis erreicht hatte.

Zumal Amiri auch zuvor eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Als Bayer das vermeintliche 3:2 durch Lucas Alario erzielte, hatte sich der Ludwigshafener Amiri den Ball mit angelegtem Arm vorgelegt – nach Videobeweis wurde der Treffer zu Recht aberkannt. Maßgebend ist die neue Regel, das Handspiel vor Toren immer geahndet wird, unabhängig davon, ob Absicht oder nicht. „Ich hätte als Schiedsrichter unseren Treffer gegeben, aber auch den Elfmeter für Bremen. Das ist halt die neue Regelauslegung“, sagte Bayer-Geschäftsführer Rudi Völler. „Aber eine Niederlage wäre am Ende doch des Schlechten zu viel gewesen“.

Nach fünf sieglosen Pflichtspielen hatten die Leverkusener mit neuer Offensivvariante für ein schwungvolles Angriffsspiel gesorgt und durch das Eigentor des Ex-Leverkuseners Ömer Toprak (4.) und Alarios Ausgleichstreffer zum 2:2 (58.) auch wieder zweimal getroffen. Doch am Ende verpasste Bayer wieder einen Sprung nach vorn, weil die Elf in der Defensive bei den Gegentreffern von Milot Rashica (40.) und Davy Klaassen (48.) Fehler produzierte. dpa