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Fußball Niederlage gegen Heidenheim könnte sich lohnen

Arminia Bielefeld steckt in der Millionen-Zwickmühle

Archivartikel

Bielefeld.Im Erbgut von Arminia Bielefeld kommt der Begriff „verlieren“ eigentlich überhaupt nicht mehr vor. 15 Spiele in Folge ist der DSC ungeschlagen. Nun aber hat sich für Arminia durch den Heidenheimer Sieg über den Hamburger SV gegen eben jenen FCH (Sonntag, 15.30 Uhr) eine brisante Konstellation entwickelt, in der eine Niederlage ein Millionenplus bedeuten könnte.

Denn der auf Rang vier abgerutschte HSV ist einen Punkt hinter Heidenheim platziert und damit auf Schützenhilfe der „schwarz-weiß-blauen Freunde“ angewiesen, um die Relegation noch zu erreichen. „Du musst hoffen, dass Arminia noch mal alles raushaut“, sagte HSV-Coach Dieter Hecking. Statistisch stehen die Chancen gut: Arminia hat in der Saison nur ein Heimspiel verloren. Die Nordlichter wird freuen: DSC-Trainer Uwe Neuhaus (Bild) kündigte an, „bis zum Saisonende ungeschlagen“ bleiben zu wollen.

Klarer Gewissenskonflikt

Nun kann der längst feststehende Meister in einem für ihn sportlich bedeutungslosen letzten Saisonspiel allerdings mitentscheiden, wer neben dem quasi wiederaufgestiegenen VfB Stuttgart in der Relegation eine 50-prozentige Chance besitzen soll, mit Arminia in die Bundesliga zu gehen. Der Gewissenskonflikt lässt sich leicht darstellen: Denn finanziell wäre Hamburg dem DSC genau wie Stuttgart bei einem Wiederaufstieg weiterhin meilenweit voraus. Heidenheim dagegen würde seinen Etat schon eher in der Bielefelder Größenordnung von knapp 25 Millionen Euro ansiedeln und erschiene im Aufstiegsfall als ähnlich krasser Außenseiter wie Arminia – schafft Heidenheim den Sprung, würde das die DSC-Chance auf den Klassenerhalt verbessern.

Wichtige TV-Gelder

Hinzu kommt die Verteilung des Fernsehgeldes. Schon jetzt hat Arminia durch den Erstliga-Aufstieg eine satte Erhöhung der TV-Erlöse von etwa 11 auf über 34 Millionen Euro sicher. Diese Summe wird ausgezahlt, wenn neben Stuttgart auch Hamburg aufsteigt oder wahlweise Düsseldorf oder Bremen in der Relegation die Klasse halten.

Doch für den DSC wären noch gut zwei Millionen Euro mehr zu holen – wenn Heidenheim aufsteigt. Viel Geld für einen Liganeuling. Der Grund: Im Gegensatz zu den genannten Ex-Bundesligisten ist Heidenheim in einer Fünfjahreswertung der ersten beiden Ligen, die für die mit 70 Prozent wichtigste Einnahmen-„Säule“ des Verteilschlüssels maßgeblich ist, auch im Falle eines Aufstiegs hinter Arminia platziert. Der FCH würde damit anstelle des DSC mit der kleinsten Summe aller Erstligisten leben müssen.

Zum Vergleich: Der VfB Stuttgart startet dank seiner besseren Platzierungen in der Vergangenheit mit 47 Millionen Euro Fernsehgeld in die Bundesliga – davon kann Arminia nur träumen. jah

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