Fußball

Regeländerungen Unsportliches Verhalten an der Seitenlinie wird künftig schärfer geahndet / Abstoß im Strafraum möglich

Auch Trainer können Gelb sehen

Frankfurt.Der Videobeweis hat den Fußball maßgeblich verändert. Vor allem bei Handspielen ist es in der Fußball-Bundesliga zuletzt aber immer wieder zu heftigen Debatten gekommen. Zur neuen Saison wurden einige Regelveränderungen vorgenommen, die es Schiedsrichtern und Videoassistenten leichter machen sollen:

Handspiel: Die Regel enthält nach DFB-Angaben nun „klare Richtlinien, wann ein unabsichtliches Handspiel zu ahnden ist und wann nicht“. Der Verband will „eine verbesserte Vereinheitlichung bei der Bewertung gewisser Handspielsituationen“ erreichen und hat 40 „relevante Handspielsituationen“ an die Vereine übermittelt. Klar ist: Handspiele vor einem Tor werden künftig in jedem Fall abgepfiffen.

Handspiel beim Torwart: Torhüter dürfen nach einem Einwurf oder absichtlichem Zuspiel eines Mitspielers den Ball mit der Hand aufnehmen – wenn sie ihn vorher eindeutig mit dem Fuß gespielt oder dies versucht haben. Damit sind die Torwarte nicht so oft gezwungen, eine spielerische Lösung zu finden.

Gelbe und Rote Karten für Trainer und Betreuer: Diese können wegen unsportlichen Verhaltens gegeben werden – eine neue FIFA-Regel. Rot (Verweis auf die Tribüne) zieht mindestens ein Spiel Sperre nach sich. Noch nicht entschieden ist, ob es nach der vierten Gelben Karte ein Spiel Sperre gibt – Tendenz beim DFB: ja.

Der Ball und der Schiedsrichter: Wenn der Ball den Unparteiischen berührt und danach ins Tor geht, dadurch der Ballbesitz wechselt oder ein Angriff gestartet wird, gibt es Schiedsrichterball. Bisher galt: der Schiedsrichter ist Luft.

Abwehrmauer bei Freistößen: Alle Spieler des angreifenden Teams müssen einen Abstand von mindestens einem Meter zur Mauer einhalten. Falls nicht, wird dies mit einem direkten Freistoß geahndet. Bisher „versteckten“ sich oft Spieler der angreifenden Mannschaft in der Mauer und schufen dann eine Lücke durch Ausweichen oder Fallenlassen. Dadurch gab es ein ständiges Gerangel.

Strafstoß: Bei der Ausführung eines Strafstoßes muss sich der Torhüter mindestens mit einem Teil seines Fußes auf oder über der Linie befinden und er darf nicht hinter der Linie stehen. Bei der Frauen-WM wurde die Regel bereits angewandt und sorgte für viel Unmut, weil Torhüterinnen beim Verstoß mit Gelb bestraft wurden. Diese Konsequenz wurde beim Elfmeterschießen ausgesetzt, sonst hätte es schnell mal Gelb-Rot für die Torhüterin gegeben.

Auswechslungen: Der Spieler, der ausgewechselt wird, muss den Rasen über die nächste Auslinie verlassen. Bisher wurde oft Zeit geschunden, wenn sich ein angeschlagener Profi quer über den Platz Richtung Bank schleppte.

Abstoß: Bei Abstößen ist der Ball im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde. Er muss den Strafraum nicht verlassen. Damit haben die Mannschaften mehr spielerische Lösungen.

Karten und Freistöße: Der Schiedsrichter kann Gelb oder Rot auch erst bei der nächsten Spielunterbrechung zeigen, wenn der Freistoß schnell ausgeführt wird. Damit wird dem Team, das einen Freistoß zugesprochen bekommt, der Überraschungseffekt nicht genommen und der Gegner kann sich nicht mehr in Ruhe positionieren. 

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