Fußball

Fußball VfB Stuttgart nimmt aus der Niederlage in Dortmund viel Positives mit

Bereit für den Schlussspurt

Archivartikel

Dortmund.Spiel verloren, aber Selbstvertrauen und Zuversicht gewonnen – für den VfB Stuttgart war die Niederlage bei Borussia Dortmund ein weiterer Schritt nach vorn. „Wir spielen gut, wir verteidigen gut, wir kämpfen mit Leidenschaft“, fasste Gonzalo Castro seine Eindrücke nach dem 1:3 (0:0) bei seinem ehemaligen Club zusammen.

Auch Ersatz-Kapitän Andreas Beck lobte die Einstellung und das große Engagement des gesamten Teams: „Kompliment an die Mannschaft. Wir hatten einen guten Matchplan, gute Energie. Wir haben eine positive Entwicklung genommen. Es war sogar möglich, hier etwas zu holen.“

Lange, fast lange genug, um zumindest einen Punkt mit in die schwäbische Heimat zu nehmen, machten die Stuttgarter dem BVB vor 81 365 Fans das Leben schwer. Der disziplinierte Auftritt des Tabellen-16. nötigte auch dem generischen Trainer Respekt ab. „Sie haben sehr gut gespielt. Sie haben einen gigantischen Bus parkiert“, sagte BVB-Coach Lucien Favre in Schweizer Mundart und hob damit jene Tugenden hervor, die für einen erfolgreichen Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga unerlässlich sind.

„Es war eine Abwehrschlacht“, räumte Zieler ein, der die Dortmunder Edel-Offensive mit Reus, Alcácer, Mario Götze und Jadon Sancho zuvor ein ums andere Mal mit starken Paraden zur Verzweiflung gebracht hatte. „Am Ende ist es schade, dass wir nichts mitnehmen“, konstatierte der Schlussmann, für den das Positive überwog: „Das, was wir hier gezeigt haben, müssen wir wöchentlich abrufen. Dann haben wir die Chance, die Klasse direkt zu halten.“ Man habe sich in den vergangenen Wochen „als Mannschaft in allen Bereichen verbessert“ und sei weiter „zusammengewachsen“. Torschütze Kempf sagte: „Jeder hat sich reingeschmissen und alles versucht.“

Zurecht lobte Weinzierl die „super Moral“ seiner Elf. „Dortmund hat brutale Qualität auf dem Platz. Am Ende brauchst du auch das nötige Glück, um beim BVB etwas mitzunehmen. Das hatten wir nicht, weil Alcácer der Ball beim 2:1 vor die Füße fällt, und er schießt ihn rein. Das bringt uns um den Lohn für eine sehr disziplinierte und leidenschaftliche Leistung“, urteilte der 44 Jahre alte Coach.

Auch wenn der Abstand zum rettenden Ufer durch das 0:0 des FC Augsburg in Leipzig sogar um einen Zähler auf drei Punkte wuchs, herrscht beim VfB Optimismus statt schlechter Stimmung. „Auf diese Leistung können wir aufbauen. Ich bin zuversichtlich, in den letzten neun Spielen noch genügend Punkte zu holen“, sagte Weinzierl. Kapitän Beck weiß, dass der Abstiegskampf nicht heute oder morgen entschieden wird. Man brauche einen langen Atem: „Es ist harte Arbeit. Und so wird es bleiben bis zum Schluss.“ dpa