Fußball

Fußball Nach 22 sieglosen Spielen in der Liga schwindet bei Schalke 04 langsam die Hoffnung auf die Trendwende

Besserung weit und breit nicht in Sicht

Archivartikel

Gelsenkirchen.Frust statt Freude, Enttäuschung statt Erleichterung – dem FC Schalke 04 will einfach kein Sieg mehr gelingen. Obwohl der Revierclub gegen den VfB Stuttgart endlich einmal wieder in Führung gegangen war, wird die niederschmetternde Misserfolgsserie immer länger. 22 Spiele in der Fußball-Bundesliga ist Schalke nach dem 1:1 am Freitagabend nun schon ohne Sieg.

Trainer Manuel Baum hält von solchen Statistiken nicht viel. „Ich beschäftige mich wirklich nicht mit dieser Zahl. Das ist rückwärts gewandt. Und es bringt nichts, auf dieser Zahl herumzureiten“, sagte der Fußball-Lehrer. „Wir müssen positiv denken und dürfen uns nicht mit solchen Sachen aufhalten.“

Selbst die überraschende Führung durch den 19 Jahre alten Malick Thiaw per Flugkopfball (30.) brachte dem weiter instabilen Gebilde in Königsblau nicht genug Sicherheit und Selbstvertrauen. So lässt der erste Erfolg im Fußball-Oberhaus seit dem 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach am 17. Januar 2020 weiterhin auf sich warten. Der eingewechselte VfB-Stürmer Nicolás González (56.) zerstörte per Handelfmeter die Schalker Hoffnung auf Erlösung.

Am Dienstag nach Schweinfurt

Realistisch betrachtet muss das Team um Rückkehrer Mark Uth froh sein, nach dem 1:1 gegen Union Berlin vor zwei Wochen nun wenigstens einen zweiten Punkt auf dem Konto zu haben. Nach dem Ausgleich waren die wackeren Schwaben dem Siegtor wesentlich näher als die Gastgeber. Nicht zuletzt deshalb beschlichen Pellegrino Matarazzo „gemischte Gefühle“. Der VfB-Coach war nicht unzufrieden, aber eben auch nicht restlos glücklich.

Auf Schalke ist die Stimmungslage wie seit mehr als neun Monaten trüb. „Wenn man in die Kabine schaut, hängen die Köpfe nach unten. Wir hatten eine andere Erwartungshaltung“, gestand Baum. Dennoch machte er kleine Fortschritte bei seiner Elf aus, die aber nur die erste Spielhälfte betrafen. „In der zweiten Halbzeit sind wir dann wieder in alte Muster verfallen.“

Die größte Baustelle bleibt die Offensive. Diese Probleme schleppt Schalke seit mehr als einem Jahr mit sich herum. Besserung ist nicht in Sicht. „Wir müssen schauen, dass wir vorne viel besseren Fußball spielen und uns einfach besser durchkombinieren. Wir treffen im letzten Drittel oftmals noch die falsche Entscheidung“, monierte nicht nur Uth. Auch Baum erkannte: „Unser Spiel im letzten Drittel ist extrem ausbaufähig. Da fehlt uns die Torgefahr.“

Die nächsten Herausforderungen warten schon: Am Dienstag (16.30 Uhr) steigt das Pokal-Nachholspiel gegen den Viertligisten 1. FC Schweinfurt, danach geht es in der Bundesliga zum Kellerduell nach Mainz. „Wenn wir weiter so hart arbeiten, klappt es irgendwann mit dem Sieg. Das ist einfach dieser Knoten, der gelöst werden muss“, sagte Uth, dessen Einsatz nach gerade überwundener Muskelverletzung nicht ohne Risiko war. Aber der 29-Jährige wollte „vorangehen“ und jungen Spielern wie Thiaw mit seiner Erfahrung helfen. dpa

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