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Fußball Kicker entschuldigt sich bei seinem Opfer

Bewährung für Attacke auf Schiri

Dieburg.Im Strafprozess wegen einer Attacke auf einen Schiedsrichter ist ein 28-jähriger Amateurfußballspieler vom Amtsgericht im hessischen Dieburg wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, wurde die Vollstreckung der Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten beantragt. Die Verteidigung plädierte auf einfache Körperverletzung.

Der Spieler hatte in der Kreisligapartie zwischen dem FSV Münster und den TV Semd den 22-jährigen Unparteiischen Ende Oktober mit einem Faustschlag bewusstlos geschlagen, nachdem er die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Der Referee musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden. Dort wurde eine schwere Gehirnerschütterung diagnostiziert. Der Fall hatte weit über Hessen hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt.

Weiterhin psychische Probleme

Das Gericht sei nach der Beweisaufnahme davon ausgegangen, dass die Tat als gefährliche Körperverletzung zu bewerten sei, weil sie als eine „das Leben gefährdende Handlung“ durch den Angeklagten anzusehen sei, hieß es in der Urteilsbegründung. Auch für die medizinischen Sachverständigen sei der Schlag des Angeklagten gegen den Kopf des Opfers lebensgefährdend gewesen.

Der Spieler wurde zudem im Rahmen seiner Bewährung angewiesen, an einem Anti-Aggressionstraining teilzunehmen und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit abzuleisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Allerdings entschuldigte sich der Angeklagte zu Verhandlungsbeginn bei seinem Opfer und kündigte an, freiwillig 3500 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Der Unparteiische nahm die Entschuldigung an, erklärte aber auch, dass er trotz verheilter Verletzungen weiterhin psychische Probleme habe und sein Hobby als Schiedsrichter nicht mehr ausüben könne. Eigentlich hatte der 22-Jährige ein Zeichen gegen Gewalt setzen und weiterhin als Unparteiischer tätig sein wollen. Von Verbandsseite war der Angeklagte bereits im November 2019 für drei Jahre, sein Verein für sechs Monate gesperrt worden. dpa/red

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