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Fußball Bayern-Neuzugang hält sich für reifer als noch bei seinem ersten Engagement in München / Boateng muss vor Gericht

Costa hakt Hoeneß-Kritik ab

München.Mit den vorwurfsvollen Abschiedsworten von Ex-Präsident Uli Hoeneß mochte sich Douglas Costa bei seiner Rückkehr zum FC Bayern gar nicht mehr befassen. Ohne größere Regung nahm der Brasilianer die wiederholten Fragen zur einstigen Kritik des Vereinspatrons auf, der ihn beim Wechsel zu Juventus Turin im Juli 2017 als „ziemlichen Söldner“ bezeichnet hatte, der in München nicht funktioniert habe. „Ich lebe nicht in der Vergangenheit. Was passiert ist, ist für mich vorbei. Das Thema ist erledigt“, sagte der 30-jährige Costa am Dienstag.

Bei Juventus Turin glücklos

Gemeinsam mit dem spanischen U21-Europameister Marc Roca wurde der Flügelspieler von Sportvorstand Hasan Salihamidzic gerne wieder als Teil des bayerischen Star-Ensembles begrüßt. Beiden winkt das Debüt am Donnerstag im Erstrunden-Match des DFB-Pokals gegen Fünftligisten 1. FC Düren.

Von 2015 bis 2017 wirbelte der Flügelspieler bereits für die Münchner. Danach suchte er sein Glück drei Jahre lang in Italien bei Serienmeister Juventus Turin, wo er oft aber nur Ersatz war. „Ich glaube, ich bin in Italien reifer geworden“, befand der Flügelspieler. In seiner ersten Münchner Amtszeit erfreute er die Fans mit reichlich Tricksereien, an die Flügelbosse Franck Ribéry und Arjen Robben reichte er aber nicht heran. In 77 Pflichtspielen gelangen ihm 14 Tore, insgesamt war er an beachtlichen 41 Treffern beteiligt. „Douglas ist eine Waffe im Eins gegen Eins“, sagte Salihamidzic.

Große Konkurrenz auf den Flügeln

Jetzt soll der 31-malige Nationalspieler wieder Backup sein. Nach Königstransfer Leroy Sané und Serge Gnabry sowie Kingsley Coman ist er der vierte Mann für die Flügel. Dazu halten die Bayern-Verantwortlichen viel vom 17-jährigen Jamal Musiala, der dort ebenfalls eingesetzt werden soll. „Wir sind da jetzt top besetzt“, sagte Salihamidzic.

Man habe bei allen Neuzugängen neben auch auf „Mentalität und Charakter“ geschaut, betonte Salihamidzic. Hoeneß, mittlerweile Ehrenpräsident, „vertraut uns da, und ich denke, dass er auch da gut reagieren wird“. Zunächst ist Costa, der einst bei seinem Wechsel von Schachtjor Donezk etwa 23 Millionen Euro kostete und für gut 40 Millionen Euro weiter verkauft wurde, für ein Jahr ausgeliehen.

Roca orientiert sich an Xabi Alonso

Länger hat der defensive Mittelfeldspieler Roca unterschrieben – für fünf Jahre bis zum 30. Juni 2025. „Es ist eine Chance, viel von den großen und besten Spielern zu lernen“, sagte der 23-Jährige. Angeblich kostete die Verpflichtung von Espanyol Barcelona neun Millionen Euro Ablöse.

Roca nannte als einen bewunderten Lieblingsspieler Xabi Alonso, der mit dem FC Liverpool, Real Madrid und dem FC Bayern Erfolge feierte. „Ich habe mich immer schon orientiert an seiner Spielweise.“

Leicht lächelnd sprach er nur zu gerne über das 2:8 des FC Barcelona im Champions-League-Viertelfinale gegen seinen neuen Arbeitgeber. Angesichts der Rivalität zwischen Espanyol und Barça habe er sich natürlich gefreut, sagte er. „Aber die Höhe war schon eine Überraschung. Wie Bayern Barcelona überrollt hat, war schon beeindruckend.“

Vorwurf der Körperverletzung

Derweil droht Jérôme Boateng Ärger. Der Weltmeister von 2014 muss sich am 10. Dezember wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht München verantworten. Das sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag.

Die Seite Boatengs wollte auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben. Die Verteidiger hatten laut WDR und „Süddeutscher Zeitung“ aus dem vergangenen Jahr erklärt, dass es um einen privaten Sachverhalt gehe, der im Wesentlichen auf unbewiesenen Behauptungen Dritter beruhe.

Die Staatsanwaltschaft wirft Boateng vorsätzliche Körperverletzung vor. Er soll seine Ex-Lebensgefährtin während eines Streits verletzt haben. Unter anderem geht es laut Gerichtssprecher auch um ein Video, das zu seiner Entlastung vorgelegt worden war. 

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