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Fußball Zusammenhalt und Teamgedanke beim Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC gefordert

„Das Wichtigste ist Geduld“

Karlsruhe.Im Wildparkstadion stimmten die Fans des Karlsruher SC das Lied „Solange die Sterne noch stehen“ an. Der Song für besondere Gelegenheiten aus goldenen UEFA-Cup-Zeiten schien den Anhängern in der Schlussphase des 2:0 (0:0)-Pokalsiegs gegen Hannover am passendsten. In ihm wird die Vergänglichkeit von Reichtum und Ruhm besungen, gleichzeitig aber der ewige Zusammenhalt der blau-weißen Gemeinschaft beschworen.

Zusammenhalt und Teamgedanke sind beim Zweitliga-Aufsteiger und Tabellenführer auch ein Credo von Trainer Alois Schwartz. „Wir haben eine richtig charakterstarke Mannschaft“, sagte der 52-Jährige. Nicht umsonst hätten seine Spieler in der 3. Liga eine Serie mit 21 Spielen ohne Niederlage geschafft.

Gegen den Bundesliga-Absteiger aus Niedersachsen hatte der KSC am Montagabend wieder lange auf seine Chance gewartet und Hannover phasenweise sogar zu über 80 Prozent den Ballbesitz überlassen. Die Hannoveraner des früheren KSC-Trainers Mirko Slomka konnten das jedoch nicht zu einem Treffer nutzen. In der zweiten Hälfte setzte sich der KSC dann mit Kampfgeist durch.

Es ist eine der größten Stärken der Badener, dass sie in den knapp zwei Jahren unter Schwartz zu einem Kollektiv der Geduldigen gereift sind. „Geduld. Das Wichtigste ist Geduld“, hatte Stürmer Marvin Pourié schon im Sommertrainingslager als Antwort auf die Frage nach dem entscheidenden Baustein für eine erfolgreiche Saison formuliert.

Neuzugang Lukas Fröde, dessen Ruhe und Gelassenheit auf der Sechserposition gleichermaßen positiv auf Abwehr und Offensive ausstrahlt, erklärte die Herangehensweise so: „Wir müssen immer erst ein Gefühl dafür kriegen, für den Tag, für den Gegner“.

Mit viel Demut in die Liga

Neu ist auch die Bescheidenheit und Konsequenz, mit der unter Schwartz die Aufgaben angegangen werden. „Wir sind demütig in die Liga reingestartet. Wir müssen da alles abrufen“, betonte der KSC-Coach. Euphorie in der Kabine? Fehlanzeige. „Wenn man gewinnt, wird man immer gelobt. Aber wir wissen es einzuordnen“, sagte Schwartz. Dies sei eine der größten Qualitäten seiner Mannschaft.

Dass in den Katakomben nach dem erfolgreichen Pokal-Auftakt und dem dritten Pflichtspielsieg im dritten Spiel der Saison kein Profi abzuheben schien, spricht für diesen Geist beim Zweitliga-Tabellenführer. „Wir müssen realistisch bleiben. Wir wissen aber, dass wir unsere Sachen im Moment richtig gut machen und die Spiele deswegen auch in unsere Richtung fallen“, erklärte Fröde.

Der KSC habe allerdings auch einige gefährliche Chancen zugelassen. „Das vergisst man hinterher immer gerne schnell. Aber das müssen wir besser machen“, forderte er schon mit Blick auf die Partie bei Holstein Kiel am Sonntag. dpa