Fußball

Fußball Leverkusens Trainer Peter Bosz hofft auf eine Reaktion seines Teams beim BVB

Der nächste Nackenschlag

Archivartikel

Leverkusen.Peter Bosz muss vor seiner emotionalen Rückkehr nach Dortmund eine Eilaufgabe lösen. Nur 67 Stunden bleiben dem Trainer, um den Bayer-Talentschuppen nach dem verpatzten ersten Teil auf den zweiten der Fußball-Reifeprüfung vorzubereiten. „Wir müssen die Enttäuschung irgendwie wegstecken. Das Ausscheiden tut weh“, sagte der Niederländer nach dem frühen Europa-League-Knockout beim 1:1 (0:0) gegen den FK Krasnodar mit Blick auf die Partie am Sonntag (18 Uhr) gegen seinen ehemaligen Club.

Für Bosz und seine Mannschaft könnte es von Vorteil sein, dass die zuletzt wankende Borussia erneut auf den am Oberschenkel verletzten Kapitän Marco Reus verzichten muss. „Das ist ein sehr wichtiger Spieler“, bekannte Bosz. Doch bei allem Respekt vor der schwierigen Aufgabe beim Bundesliga-Tabellenführer überwiegt die Vorfreude: „Die Zeit in Dortmund war gut. Es freut mich, die Leute und die Spieler wieder zu sehen.“

Das Dauerlächeln war dem Coach nach der Partie gegen Krasnodar vergangen. Mit grimmiger Miene kommentierte er nach seiner Europacup-Heimpremiere das am Ende dramatische Geschehen gegen den russischen Tabellenzweiten. Eine gewisse Ratlosigkeit war ihm anzumerken, als er konstatierte, jedes Mal aus Fehlern lernen zu wollen: Der Nackenschlag gegen Krasnodar war 16 Tage nach der Achtelfinalpleite im DFB-Pokal beim Zweitligisten Heidenheim schon der zweite in einem K.o.-Spiel.

Bosz hofft auf eine ähnliche Reaktion wie nach dem 1:2 von Heidenheim: Das anschließende Ligaspiel gewann Bayer in Mainz mit einer Offensiv-Gala 5:1. „Ich hoffe, dass wir das wieder können“, bemerkte Bosz. Ein Erfolg des besten Rückrundenteams bei seinem Ex-Arbeitgeber könnte helfen, den Frust über das Europacup-Aus zu lindern – und für späte Genugtuung sorgen. Schließlich musste Bosz im Dezember 2017 nach acht Bundesligaspielen in Serie ohne Sieg und einer nur 161 Tage langen Amtszeit seinen BVB-Trainerstuhl räumen. Gleichwohl genießt er in Dortmund noch immer einen guten Ruf: „Peter ist ein ganz feiner Kerl – und ein hervorragender Trainer“, sagte Borussia-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. dpa