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Fußball Der Lampertheimer Niclas Stierlin kommt mit der Spvgg Unterhaching zum SV Waldhof zurück / Lehrreiche Zeit in Leipzig

Die 2. Liga als nächstes Ziel

Archivartikel

Unterhaching.Die Erinnerung an seine Zeit beim SV Waldhof ist bei Niclas Stierlin noch präsent. „Das war ein Jahr, in der F2-Jugend“, sagt der 19-jährige Junioren-Nationalspieler aus Lampertheim – und plaudert aus dem Nähkästchen: „Einmal war ich sogar Einlaufkind. Wir hatten einen starken Jahrgang und haben viele Turniere gewonnen.“

Nicht weniger stolz wird Stierlin sein, wenn er das Carl-Benz-Stadion am Samstag (14 Uhr) als Spieler der Spvgg Unterhaching betritt. Der Junge, der einst Hand in Hand mit seinem späteren U-13-Trainer Marco Laping aufs Feld lief, verfolgt seinen Traum von der Profikarriere konsequent. Nach neun Jahren im Nachwuchs des 1. FC Kaiserslautern wechselte Stierlin 2017 in die U 19 von RB Leipzig. Im Sommer heuerte der defensive Mittelfeldmann in Oberbayern an.

„Auf das Duell mit dem Waldhof freue ich mich sehr, gerade weil es in der Region stattfindet und weil ich früher für Lautern und für den Waldhof gespielt habe. Viele Freunde und meine Familie werden da sein“, sagt der Südhesse. Nur fünf Punkte trennen Haching und Mannheim in der Tabelle, wobei die Spielvereinigung mit nur einem Zähler Rückstand auf Primus Halle auf Rang vier steht. „In diesem Jahr merkt man extrem, wie stark die 3. Liga ist. Es gibt sehr viele Vereine, die die Ambition haben, aufzusteigen“, meint Stierlin.

Auch Haching verfolge das mittelfristige Ziel, in die 2. Liga zurückzukehren, verrät der zweifache U-19-Nationalspieler: „Wenn es dieses Jahr passiert, würde sich wohl keiner beschweren. Aber es ist nicht das Saisonziel. Für uns läuft es aktuell sehr gut, wir haben uns etwas oben festgesetzt. Klar ist aber, dass erst das erste Drittel gespielt ist.“

Konstanz und Lockerheit gefragt

Was es braucht, um oben dranzubleiben? „Die Konstanz und die Lockerheit, um sich nicht unter Druck zu setzen und zu verkrampfen“, glaubt Stierlin. Konstanz und Lockerheit – Attribute also, mit denen Stierlin seinen eigenen Werdegang charakterisieren könnte. Die Nachwuchshoffnung weiß es realistisch einzuordnen, wenn er zwar im Kader steht, aber – wie zuletzt beim 0:0 gegen Zwickau – nicht spielt. „Manchmal ist es ja so, dass es sich vom Spielverlauf her nicht anbietet, eingewechselt zu werden. Ich sehe das gelassen“, erklärt Stierlin, der auf sechs Einwechslungen und einen Startelf-Einsatz kommt: „Ich bin erst 19 Jahre alt, gerade aus der Jugend herausgekommen und sammle erst meine ersten richtigen Erfahrungen in Ligabetrieb und Profibereich.“

Dass er schon in Leipzig Profistatus hatte, will Stierlin nicht unterschlagen. „Ich habe zu meinem 18. Geburtstag einen Profivertrag dort unterschrieben und war immer bei der ersten Mannschaft im Training“, spricht der Ex-Kapitän der Leipziger U 19 von einer „schönen, prägenden Zeit“ – in der es normal war, mit Größen wie Emil Forsberg, Timo Werner oder Naby Keita auf dem Platz zu stehen. „Wenn man mit solchen Stars trainiert, geht alles viel schneller. Man passt sich in kleinen Schritten dem Niveau an“, schwärmt Stierlin: „Wenn wir mal länger auf dem Platz geblieben sind, wurden einem die ganzen Techniken gezeigt.“

Seinen Wechsel in die 3. Liga betrachtet Stierlin keineswegs als Abstieg – sondern eher als den Schritt zurück, der manchmal nötig ist, um mittelfristig umso mehr Schritte nach vorne zu machen. „Das ruhige, familiäre Umfeld hier in Haching kann mir in meiner Entwicklung extrem helfen. Hier steht man nicht so im Fokus, Fehler werden akzeptiert“, sagt er.