Fußball

Fußball Nach dem 0:1-Debakel bei ZSKA Moskau hängt bei Real Madrid der Haussegen schief

Die Königlichen in der Torkrise

Leipzig.Die einen können’s auch ohne Cristiano Ronaldo, die anderen eben nicht. Bei den Königlichen herrscht Krisenstimmung. „Nächster Schiffbruch von Madrid unter Lopetegui“, schrieb Spaniens Sportzeitung am Tag nach dem peinlichen 0:1 bei ZSKA Moskau und rechnete genüsslich vor, dass Real Madrid unter dem neuen Trainer Julen Lopetegui nun schon seit fünf Stunden und 19 Minuten kein Tor mehr geschossen hat.

Ob es am Weggang von Cristiano Ronaldo liegt, wer weiß? Sein neuer Club Juventus Turin sorgte an einem italienischen Gala-Abend in der Champions League mit dem eigenen 3:0 über die Young Boys Bern und dem 5:0 der AS Roma gegen Viktoria Pilsen auch ohne den gesperrten Superstar für klare Verhältnisse. „Kompliment, Jungs, für einen weiteren wichtigen Sieg“, gratulierte Ronaldo seinen Juve-Mitspielern.

Juventus bereit für ManU

Die Turiner führen in ihrer Gruppe H mit der optimalen Ausbeute von sechs Punkten aus zwei Spielen, fünf Tore erzielte Juventus, keines kassierte die Mannschaft von Massimo Allegri. Besser hätte sich der italienische Rekordmeister kaum auf das kommende Duell in der europäischen Fußball-Meisterklasse mit Manchester United einstimmen können, das vor allem für Ronaldo ein besonderes wird. Vor seiner Zeit bei Real reifte der 33-Jährige in Old Trafford zum Weltklassespieler.

Dort, wo am Dienstagabend die Buhrufe der Fans in Richtung der Mannschaft von Trainer José Mourinho kaum zu überhören waren. Dass es gegen den FC Valencia nur zu einer Nullnummer reichte und die Fans von ManUnited nun schon seit vier Heimspielen auf ein Tor ihrer Mannschaft warten, machte die Situation für Mourinho noch heikler. Kurz vor dem 0:0 attackierte Vereinslegende Paul Scholes den exzentrischen Portugiesen bereits verbal aufs Schärfste: „Ich denke, sein Mund ist außer Kontrolle. Ich denke, er stellt den Verein bloß.“

Mourinho schien dem torlosen Remis danach auch als einziger etwas Positives abzugewinnen zu können. „Ich bin zufrieden mit der Leistung, ich bin zufrieden mit dem Einsatz“, sagte er. Die Reaktionen der Fans nahm er auch eher gelassen. Das Publikum habe ein Recht auf freie Meinungsäußerung.

Zidane als Mourinho-Nachfolger?

Gegen Valencia war Juventus auswärts mit einem 2:0-Sieg in die Champions League gestartet, Ronaldo hatte dabei die Rote Karte gesehen, nachdem er einen Gegenspieler an den Haaren gezogen hatte. Am 23. Oktober in Manchester ist Ronaldo wieder mit von der Partie. Ob Mourinho dann auch noch auf der Bank von United sitzt, ist allerdings ungewiss. Der „Independent“ führte schon mal eine Liste möglicher Nachfolger an, angeführt von Ronaldos ehemaligem Coach bei Real, Zinedine Zidane. In Madrid dürfte sich man aber ebenfalls mit Wehmut an die Erfolgszeiten unter dem 46 Jahre alten „Zizou“ erinnern.

„Wir hatten nicht erwartet, dass wir hier keine Punkte holen. Natürlich ist die Stimmung nicht gut“, sagte Reals Weltfußballer Luka Modric. Trainer Lopetegui versprach: „Diese Mannschaft wird schon früh genug wieder Tore schießen und auf die Siegerstraße zurückkehren.“ dpa