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Fußball Weiter Ärger um das Finale der Copa Libertadores / Am Sonntag Rückspiel in Madrid

Die verlegte Fiesta

Buenos Aires.Fußball ist in Argentinien Staatssache. Und so nutzte Präsident Mauricio Macri auch seine Bilanz des G-20-Gipfels in Buenos Aires, um die Krawalle vor dem Finale der Copa Libertadores, der südamerikanischen Champions League, zu geißeln. „Wir wollen nicht die ganze Stadt militarisieren, um ein Fußballspiel austragen zu können“, sagte Macri. Das Spiel zwischen River Plate und Boca Juniors soll am Sonntag (20.30 Uhr) im Stadion Santiago Bernabéu in Madrid stattfinden (Hinspiel 2:2).

Macri äußerte sich entrüstet darüber, dass einige Fans Fifa-Chef Gianni Infantino beim Eintritt ins River-Stadion angespuckt hätten. „Das ist viel schlimmer, als wenn einige Gewalttätige Steine gegen einen Bus werfen“, sagte er. „Die Bestrafung, das Spiel zu verlegen, hat vielmehr hiermit, als mit den Ereignissen auf der Straße zu tun.“

Infantino hatte auf Einladung Macris auf dem G-20-Gipfel am Wochenende gesprochen. Der Angriff auf die Boca-Spieler sei ein „sehr trauriger Moment“ gewesen, sagte der Fifa-Chef. „Das war genug, sowas darf nie wieder geschehen“. Ein angesetztes Spiel müsse immer ausgetragen werden. Und Madrid sei ja auch ein bisschen Südamerika: „Wir erwarten eine Fiesta.“

Wegen heftiger Krawalle war das Fußballspiel, das ursprünglich für den 24. November in der argentinischen Hauptstadt angesetzt war, zuerst vertagt und schließlich nach Madrid verlegt worden. Der Mannschaftsbus der Boca Juniors war kurz vor der Ankunft beim Hinspiel mit Steinen beworfen worden. Mehrere Spieler wurden leicht verletzt und hätten nicht antreten können. River Plate wurde daraufhin mit einer Geldstrafe von 400 000 Dollar belegt und zum Publikumsausschluss bei den ersten beiden Spielen von Conmebol-Turnieren 2019 verurteilt. Zudem könne das Rückspiel des ersten Finales der Copa Libertadores zwischen den argentinischen Teams nur im Ausland ausgetragen werden.

Anreise unter Protest

Das 81 000 Menschen fassende Stadion von Real Madrid wird ausverkauft sein. Auch die Flüge in die spanische Hauptstadt sind bis Sonntag ausgebucht. Die breite Mehrzahl der 66 000 Zuschauer, die das Spiel im River-Stadion verfolgen wollten, wird allerdings leer ausgehen. Allenfalls bekommen sie den Nominalwert ihres Tickets zurück.

Beide Vereine reisen unter Protest an. Boca Juniors verlangt weiter, den Titel ohne Rückspiel zugesprochen zu bekommen. River sei für den Angriff auf den Bus mitverantwortlich. Das Disziplinartribunal des südamerikanischen Dachverbands Conmebol wies den Antrag ab.

In Argentinien werden derweil die Scherben des Eklats zusammengekehrt. Der Staatschef präsentierte eine Gesetzesvorlage, die Strafen für die Störung eines Sportereignisses oder Ticketfälschung verschärft. Macri selbst hatte seine politische Karriere als langjähriger Vereinspräsident von Boca Juniors begonnen.