Fußball

Fußball Selbstkritik vor dem Duell mit Tottenham

Dortmunder Tristesse

Dortmund.Lucien Favre ließ vom Krankenbett nichts unversucht. Der von einer Grippe gebeutelte Trainer von Borussia Dortmund war in der Halbzeitpause des Spiels gegen die TSG Hoffenheim per Telefon zugeschaltet – und stand auch während des 3:3 ständig im Austausch mit seinem Assistenten Erdin Terzic. Doch alle Rettungsversuche liefen ins Leere. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit zu viele unnötige Ballverluste in Strafraumnähe“, haderte Terzic. Lizenzspieler-Leiter Sebastian Kehl erklärte selbstkritisch: „Wir haben uns diesen Rückschlag selbst anzukreiden.“ Und er ergänzte mit Blick auf das Champions-League-Match gegen Tottenham am Mittwoch: „Wir waren im Erfolgsfall ruhig und werden das wieder hinkriegen.“

Der Spitzenreiter, der jetzt noch fünf Punkte Vorsprung auf Verfolger FC Bayern besitzt, zeigte zwei Gesichter. Eine überragende erste Halbzeit mit einer 2:0-Führung – und dann eine schwache zweite Hälfte, in der die Dortmunder ohne den verletzten Marco Reus die Hoffenheimer leichtfertig wieder ins Spiel zurückbrachten. „Es ist ärgerlich, dass man dreimal innerhalb von sieben Tagen eine Führung aus der Hand gibt. Aber: Wir haben eine sehr junge Mannschaft, der wir Fehler zugestehen“, sagte Terzic.

Schmähgesänge gegen Hopp

Gegen Hoffenheim standen aber auch die BVB-Fans im Fokus. Für den Fall, dass es erneut zu Hass-Tiraden gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp kommen sollte, hatte der DFB mit Strafen bis hin zum Punktabzug gedroht. Das schreckte einige Anhänger aber nur bedingt ab. Es gab wieder einige Schmähgesänge gegen Hopp. Außerdem wurde auf der Südtribüne ein Spruchband ausgerollt – mit den Worten: „Trotz Verboten, Anzeigen und Sirenen. Du bist und bleibst es! Jeder weiß es“. Nun bleibt abzuwarten, wie der DFB dies bewertet. „Vielleicht hilft es uns allen, weniger darüber zu sprechen und diesen Anfeindungen keine Plattform zu bieten“, erklärte TSG-Manager Alexander Rosen. jb