Fußball

Fußball Paderborn, Köln und Union Berlin vereint nur der Sprung in die Erste Liga

Drei ganz unterschiedliche Aufsteiger

Paderborn.Die nächsten Tage werden noch einmal hart für den Hamburger SV. Der frühere deutsche Meister spielt schon am Freitagabend in der Zweiten Liga gegen Bochum. Und hat dann ein ganzes Wochenende Zeit, um den Clubs zuzuschauen, die es an seiner Stelle in die Erste Liga geschafft haben. Union Berlin, SC Paderborn und 1. FC Köln heißen die drei Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga.

Genau wie der HSV ist der Effzeh ein mehrmaliger deutscher Meister, der eigentlich nie wieder zurück in die Zweite Liga wollte. Er hat nun für rund 18 Millionen Euro neue Spieler geholt, damit so etwas garantiert nicht noch einmal passiert. Die Kölner spielen am Samstag (15.30 Uhr) zum Auftakt beim Europa-League-Teilnehmer VfL Wolfsburg.

Union Berlin ist der etwas andere Kultclub aus dem Osten der Hauptstadt, der zum ersten Mal in die Bundesliga aufgestiegen ist und eine aktive Fanszene hat wie kaum ein anderer Verein. Wenn die Berliner am Sonntag um 18 Uhr auf RB Leipzig treffen, wollen die Anhänger unter anderem Bilder von verstorbenen Freunden mitbringen, die den Aufstieg gern selbst miterlebt hätten.

Außenseiter Paderborn war zwar schon einmal 2014/15 für ein Jahr erstklassig, bewegte sich danach aber wie die Kabine eines Freifallturms durch den deutschen Ligabetrieb. Von der Ersten ging es ohne Unterbrechung bis in die Dritte Liga hinunter – und danach sofort auf direktem Wege wieder hoch. „Wir können das, was wir uns über zwei Jahre erarbeitet haben, kaum erwarten“, sagte Trainer Steffen Baumgart vor dem schweren Saisonstart bei Bayer Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr). „Glauben Sie mir: Ich freue mir den Arsch wund.“ Zum Dank für den Durchmarsch verlängerte der Verein am Donnerstag den Vertrag mit seinem Erfolgscoach bis 2021. Auf ihre Weise verkörpern Union und Paderborn die Sehnsüchte vieler Fußball-Fans. Die Ostwestfalen mit ihrem bedingungslos offensiven Spielstil. Dort, wo sonst kaum jemand hinschaut, haben sie Talente wie Christopher Antwi-Adjei entdeckt. Bei Union geht es immer auch um mehr als um Fußball. Dort haben die Fans das eigene Stadion mitgebaut. Und dort soll selbst bei der Bundesliga-Premiere 15 Minuten geschwiegen werden, weil es gegen den „Brause-Club“ RB Leipzig und damit gegen „ein Konstrukt“ geht, „das mit unserer Vorstellung von Fußball absolut nichts gemein hat“, wie die Fangruppe „Wuhlesyndikat“ meint.

Die Frage ist, wie viele von ihren Eigenheiten sich diese beiden Aufsteiger in der Ersten Liga bewahren können. Dass auch der 1. FC Union längst ein Teil des Profigeschäfts ist, zeigt der Blick auf die Neuzugänge: Christian Gentner (VfB Stuttgart), Neven Subotic (AS Saint-Etienne) oder Anthony Ujah (Mainz 05). Sie alle sind seit Jahren dabei. „Wir sind aufgestiegen und unser nächstes Vereinsziel, unser unternehmerisches strategisches Ziel ist es, sich in der Bundesliga zu etablieren“, sagte Präsident Dirk Zingler. dpa