Fußball

Fußball DFB ermittelt nach Nazi-Eklat

Dresden „fassungslos“

Archivartikel

Dresden.Die eigenen Fans haben den Ruf von Dynamo Dresden durch zahlreiche Aussetzer bereits gründlich ramponiert. Dass nun jedoch zwei Ordnungskräfte wie im Spiel des Fußball-Zweitligisten gegen St. Pauli ganz offen T-Shirts mit nationalsozialistischer Symbolik tragen, ist nicht nur ein neuer Tiefpunkt. Es spiegelt auch Teile des Milieus wieder, aus dem sich der eigentlich von einer heterogenen Fanszene geprägte Verein offenbar nicht befreien kann.

Die Polizei hat gegen die Ordner Strafanzeige gestellt und Ermittlungen wegen des Verdachts der Verwendung von verfassungswidrigen Symbolen eingeleitet. Zu Beginn des Spiels hatten sich die beiden Männer der Anweisung des Leiters des Sicherheitsdienstes widersetzt, eine Deutschland-Fahne aus einem Fluchtweg zu entfernen. Als umgehende Maßnahme wurde das Duo freigestellt. Daraufhin hatten sich die Männer ihrer Dienstkleidung entledigt und T-Shirts zum Vorschein gebracht, auf denen die Worte „3. Division für Sicherheit des deutschen Volkes“ sowie ein an das Symbol einer SS-Division erinnernder Totenkopf gedruckt waren.

Dynamo-Geschäftsführer Michael Born verurteilte die Aktion und zeigte sich „fassungslos“. Neben dem wiederholt ramponierten Image wird es für Dynamo ein wohl teures Nachspiel geben. Der Kontrollausschuss des DFB hat Ermittlungen eingeleitet und wird den Verein zu einer Stellungnahme auffordern. Es droht eine Geldstrafe zwischen 18 000 und 150 000 Euro. Denn neben dem Ordner-Eklat gab es während des Spiels zahlreiche frauenfeindliche und menschenverachtende Banner im Stadion.