Fußball

Fußball Berliner Stadtderby von Ausschreitungen überschattet

Düstere Szenen

Archivartikel

Berlin.Die Profis des 1. FC Union dürfen sich in Berlin die nächsten Monate als „Stadtmeister“ feiern lassen, die beängstigenden Szenen mit Pyro-Skandal und Fast-Abbruch werden aber die Erinnerungen an das erste Bundesliga-Derby gegen Hertha BSC prägen. Nur mit beherztem Eingreifen gegen vermummte Chaoten aus dem eigenen Fanlager verhinderten Torwart Rafal Gikiewicz & Co. nach dem 1:0 eine weitere Eskalation. Doch der düstere Gesamteindruck bleibt.

Sieg-Torschütze Sebastian Polter berichtete angesichts der Leuchtraketenschüsse aus dem Hertha-Block sogar über „Angst“ um seine Familie. „Das hat mit Fußball nichts zu tun“, sagte der umsichtige Schiedsrichter Deniz Aytekin: „Das ist dann natürlich traurig, wenn so etwas passiert. Ich hoffe nicht, dass es einmal so weit kommt, dass ein Spieler oder Verantwortlicher getroffen wird.“

Kurz vor dem Abbruch

Drei leicht Verletzte und 25 eingeleitete Strafermittlungsverfahren lautete die nach den teilweise gespenstischen Bildern noch glimpfliche Bilanz der Berliner Polizei. Die Einsatzkräfte waren maßgeblich daran beteiligt, dass das Derby nicht endgültig abgebrochen wurde.

Beide Vereine müssen sich auf empfindliche Strafen durch den Deutschen Fußball-Bund einstellen. Der Kontrollausschuss kündigte am Sonntag Ermittlungen an. „Wir hätten uns andere Szenen gewünscht“, sagte Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz zerknirscht und sieht ein grundsätzliches Pyro-Problem im deutschen Fußball: „Es gibt keinen Verband und keinen Verein, der diesem Thema Herr geworden ist.“

Die Ausschreitungen des Derby-Verlierers hatten jedoch eine andere Qualität, als das folkloristische Abbrennen von Fackeln, wie es auch die Union-Anhänger zum Start der zweiten Halbzeit zelebrierten. Mit gezielten Schüssen von Leuchtraketen verbreiteten die Hertha-Fans auf der Haupttribüne und im Nebenblock Schrecken. dpa