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Fußball Der Vorwurf der rassistischen Beleidigungen gegen den Hertha-Profi schlägt weiter hohe Wellen

Emotionale Reaktion von Torunarigha

Berlin.Knapp zwei Tage nach dem Rassismus-Eklat hat sich Hertha-Profi Jordan Torunarigha mit deutlichen Worten gegen Diskriminierung zu Wort gemeldet. Er könne Äußerungen „von einigen Idioten“ nicht verstehen, schrieb der frühere Junioren-Nationalspieler in einem emotionalen Statement bei Instagram. „Man kann sich seine Hautfarbe bei der Geburt nicht aussuchen und sie sollte auch völlig egal sein. Genauso selbstverständlich wie unterschiedliche Hautfarbe, Religion oder Herkunft unter uns Sportlern in der Kabine ist sollte es auch in unserer Gesellschaft sein!“

Die Aufarbeitung des Vorwurfs der rassistischen Entgleisungen durch Zuschauer beim DFB-Pokal-Achtelfinale des FC Schalke 04 gegen Hertha BSC ist derweil in vollem Gange. Die Polizei Gelsenkirchen hat die Ermittlungen aufgenommen, die FIFA bekräftigt die Notwendigkeit zum Kampf gegen Diskriminierung, und Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies verspricht lückenlose Aufklärung. Dazu solidarisieren sich viele Profi-Kollegen mit dem 22 Jahre alten Torunarigha.

Polizei ermittelt

„Wir haben von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, sagte ein Sprecher der Polizei Gelsenkirchen, nachdem Schalke-Fans unter anderem Affenlaute in Richtung Torunarighas gerufen haben sollen. Es gehe um den Anfangsverdacht der Beleidigung, sagte der Polizeisprecher. Eine Anzeige des Berliner Spielers liege nicht vor. Zuvor hatte der DFB-Kontrollausschuss eine Untersuchung eingeleitet.

Es ist nicht das erste Mal, dass Torunarigha Erfahrungen mit Rassismus macht. „Ich bin in Chemnitz geboren, habe das alles schon in der Jugendzeit durchlebt“, schrieb er weiter. „Meine Eltern wurden beleidigt. Deshalb wühlt mich so eine Situation wie auf Schalke so auf und deshalb habe ich so emotional reagiert.“

Jordan Torunarighas Vater Ojokojo berichtete in der „Bild“-Zeitung, er sei „bei einem Stadtfest durch die Stadt gejagt“ worden. „Die Polizei half mir erst, als sie erkannten, dass ich ein Fußball-Profi war“, sagte der frühere Spieler des Chemnitzer FC. „Ich habe immer versucht, den Rassismus von meinen Kindern fernzuhalten.“ Sein Sohn müsse „seine Emotionen vielleicht manchmal besser in den Griff bekommen. Aber Rassismus tut unglaublich weh.“ Die FIFA unterstrich derweil, sie habe Mitgliedsverbände, Ligen und Clubs aufgefordert, „ein ähnliches Verfahren wie die FIFA und eine Null-Toleranz-Politik für alle Formen von Diskriminierung im Fußball anzuwenden und scharfe Sanktionen für jede Art solchen Verhaltens auszusprechen“. Zum konkreten Fall äußerten sich die FIFA und die Europäische Fußball-Union UEFA zunächst nicht.

Unterdessen schloss sich Schalke-Boss Tönnies dem Vereinsstatement an. „Wir werden alles daransetzen, die Angelegenheit aufzuklären“, sagte der 63-Jährige der „Bild“-Zeitung. Ex-Profi Hans Sarpei antwortete auf die Frage, ob Tönnies mit seinen Aussagen über Afrikaner im Vorjahr ein schlechtes Vorbild gewesen sei, generell. „Es ist wie im Fußball: Wenn sich ein Spieler etwas erlaubt und der Trainer es duldet oder wegguckt, dann gibt es schnell Nachahmer-Effekte“, sagte Sarpei der Deutschen Presse-Agentur: „Dem muss der Verein, dem muss unsere Gesellschaft vorbeugen.“ dpa