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Fußball Oliver Kahn wird 50 Jahre alt und steht für die „Mia-san-mia“-Mentalität des FC Bayern / Lob von Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld

„Er hat die totale Identifikation mit dem Club“

München.Neulich tauchte Oliver Kahn mal wieder bei seiner großen Liebe auf – dem FC Bayern. Der von den Münchner Fans lautstark begrüßte Torwart-Titan stand auf dem Rasen der Allianz Arena im roten Trachtenjanker gemeinsam mit weiteren Vereinslegenden Spalier für die Bayern-Profis der Gegenwart, die nach dem 5:1 im letzten Saisonspiel gegen Eintracht Frankfurt als deutscher Meister 2019 geehrt wurden.

Kahn umarmte Trainer Niko Kovac, mit dem er von 2001 bis 2003 beim deutschen Rekordchampion zusammenspielte und dessen Chef er womöglich künftig sein wird. Schließlich ist Kahn, der am Samstag 50 Jahre alt wird, der Favorit von Vereinspatron Uli Hoeneß für die Nachfolge des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge.

Kahns Bayern-Comeback, das am 1. Januar 2020 mit einer Probezeit beginnen soll, wird die Bundesliga bewegen. Denn der in Karlsruhe geborene Kahn verkörpert das „Mia-san-mia“-Leitmotiv des Vereins in der ausgeprägtesten Form. „Sehr spannend“, findet Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld das Projekt Kahn. „Man kennt Oliver. Er redet Klartext. Er ist ein Leadertyp. Er hat das Bayern-Gen in sich und die totale Identifikation mit dem Club“, sagte Hitzfeld.

Rückkehr mit Einarbeitung

Nach dem Wechsel vom Karlsruher SC zum FC Bayern im Sommer 1994 prägte Kahn bis zu seinem letzten Spiel am 17. Mai 2008 das Münchner Team. Er war die Nummer 1 – im wahrsten Sinne der Zahl. Seine Attitüde des „Weiter, immer weiter“ kumulierte in der Last-Minute-Meisterschaft 2001 und dem Gewinn der Champions League wenige Tage später. Im Endspiel gegen den FC Valencia wehrte er im Elfmeterschießen drei Versuche der Spanier ab und wurde zum Helden von Mailand. „Weltklasse“, urteilte Hitzfeld. „Er war ein großes Vorbild. Er hat sich nicht ausgeruht auf guten Leistungen, sondern er hat noch mehr trainiert. Er wollte immer noch besser werden. Er hat das auf die Mannschaft übertragen“, schwärmt Hitzfeld von seinem damaligen Spieler.

Kahn versucht, den Rummel um seinen runden Geburtstag möglichst gering zu halten. Auch zum Bayern-Comeback ist wenig von ihm zu hören. Aber aus den raren Äußerungen ist herauszuhören, dass er nach Jahren als erfolgreicher Unternehmer (Goalplay) und geschätzter ZDF-Fußballexperte nun als Akteur ins Bundesligageschäft zurückkehren will. Er sucht noch mal den Adrenalin-Kick – bei seinem Club: „Ich habe 14 Jahre für den FC Bayern München gespielt und wahnsinnig viel erlebt mit diesem Verein, emotionale Momente, Höhen und Tiefen.“

Reizvolle Aufgabe

Das Angebot von Aufsichtsratschef Hoeneß, Deutschlands Topclub an der Spitze des Vorstands zu führen, reizt einen ambitionierten Mann wie Kahn. Die Aufgabe flößt ihm aber auch Respekt ein, weshalb er die geplante Einarbeitung durch Amtsinhaber Rummenigge begrüßt. Der 63-Jährige hatte seinen Vertrag noch mal bis 2021 verlängert. dpa

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