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Fußball Schwere Vorwürfe gegen FIFA-Boss

Ermittlungen gegen Infantino

Archivartikel

Bern.FIFA-Präsident Gianni Infantino gerät in der Schweizer Justiz-Affäre immer stärker unter Druck und steht nun auch selbst im Visier der Ermittler. Die Schweizer Staatsanwaltschaft eröffnete am Donnerstag ein Strafverfahren gegen den Chef des Fußball-Weltverbands und könnte die FIFA in die größte Krise seit der Skandal-Ära von Vorgänger Joseph Blatter stürzen.

In dem Verfahren geht es um geheime Treffen zwischen Infantino und dem Leiter der Bundesanwaltschaft, Michael Lauber, wie die Aufsichtsbehörde über die BA mitteilte. Die Vorwürfe gegen Infantino lauten Anstiftung zum Amtsmissbrauch, Anstiftung zur Verletzung des Amtsgeheimnisses und Anstiftung zur Begünstigung. Angeklagt wird auch ein ebenfalls bei den Treffen anwesender Oberstaatsanwalt.

Bundesanwalt erklärt Rücktritt

Infantino weist die Vorwürfe zurück. „Lassen Sie es mich noch einmal klarstellen: Die Treffen mit dem Bundesanwalt sollten zur lückenlosen Aufklärung beitragen“, sagte der Schweizer einer FIFA-Mitteilung vom Nachmittag zufolge. „Zum damaligen Zeitpunkt waren über zwanzig Verfahren gegen ehemalige FIFA-Mitglieder anhängig. Dieser wesentlichen Aufklärungspflicht auch im Sinne der FIFA bin ich nachgekommen und werde dies auch weiter tun. Dieses war immer mein Anspruch und davon lasse ich mich nicht abbringen.“ Die FIFA und Infantino kündigten an, „umfassend“ mit den Behören zu kooperieren.

Dennoch gerät Infantino gut ein Jahr nach seiner Wiederwahl mehr denn je in Erklärungsnot. Die geheimen Treffen fanden 2016 und 2017 statt, während die Bundesanwaltschaft gegen die FIFA wegen Korruption ermittelte. Lauber hat inzwischen für Januar 2021 seinen Rücktritt eingereicht, nachdem die Aufsichtsbehörde ihn wegen der Treffen gerügt und ihm eine Verletzung seiner Amtspflichten und unwahre Aussagen vorgeworfen hatte. dpa

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