Fußball

Fußball Hamburg scheitert im DFB-Pokal an Drittligist Osnabrück

Erschreckend und peinlich - HSV-Blamage in Überzahl

Osnabrück.Fassungslos schauten die Hamburger Profis bei den Feierlichkeiten der Osnabrücker zu. Blamiert schlichen die Spieler des Fußball-Erstligisten HSV nach dem 1:3 (0:1) in die Kabine, während der Drittligist ausgiebig mit seinem Fans den Einzug in die zweiten Runde des DFB-Pokals feierten. Vom eigenen Anhang waren die HSV-Spieler gnadenlos ausgepfiffen worden. "Das ist ein Scheiß-Gefühl", gab Andre Hahn in deutlicher Sprache zu.

Die Anhänger waren sauer, denn der VfL Osnabrück hat den Hamburger SV erneut düpiert und aus dem DFB-Pokal befördert. Knapp acht Jahre nach dem bisher letzten Coup gegen den Fußball-Erstligisten feierte der Außenseiter gestern einen verdienten Sieg, obwohl er gut 70 Minuten in Unterzahl spielte. "Wir haben uns damit auseinandergesetzt, was hier passieren kann", kommentierte HSV-Trainer Markus Gisdol. Genutzt hat es nicht. Die Osnabrücker kamen dank der Torschützen Halil Savran (39.), Marc Heider (60.) und Ahmet Arslan (71.) zur Sensation. Für den HSV traf nur Bobby Wood per Handelfmeter (74.). "Ihr habt das gut gemacht", lobte Gisdol den Gegner und sagte weiter: "Wir haben es nicht gut gemacht."

Der erneute Erfolg kam unerwartet, da die Osnabrücker die meiste Zeit mit einem Mann weniger spielten, weil Marcel Appiah bereits in der 19. Minute die Rote Karte sah. "Wir haben danach nicht mehr konsequent verteidigt", klagte Gisdol: "Wir waren zu nachlässig in den Zweikämpfen."

Der HSV zeigte eine erschreckende Leistung. Gegen elf Osnabrücker tat sich der Erstligist ebenso schwer wie gegen zehn. Beim Offensivspiel zeigten die Gäste keine Ideen, um die Dreierkette des Drittligisten auszuhebeln. Der HSV war "zu träge im Passspiel", wie der Trainer monierte.

Die forschen Osnabrücker zogen sich nach dem Platzverweis zurück und schlugen dann bei Kontern eiskalt zu. Die mit nur zwei Punkten aus vier Partien schwach in die Saison gestarteten Gastgeber überzeugten nicht nur kämpferisch. Vor allem bei den herrlich herausgespielten Treffern zeigten die Osnabrücker auch spielerisch starke Elemente. dpa