Fußball

Fußball Erhöhter Redebedarf auf Videokonferenz der Profiligen am Donnerstag

Fan-Rückkehr wird zum Reizthema in der DFL

Archivartikel

Frankfurt.Die Agenda liest sich unspektakulär, doch die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga birgt gut zwei Wochen vor dem Bundesligastart durchaus Zündstoff. Wenn sich die Vertreter der 36 Profivereine am Donnerstag (ab 11 Uhr) per Video zusammenschalten, wird es nicht nur um die Verabschiedung des neuen medizinisch-hygienischen Arbeitsschutz-Konzepts der „Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“ und die Bestätigung der Corona-Regel von weiterhin fünf statt drei Auswechslungen pro Spiel gehen. Über allem schwebt seit Wochen das Reizthema Fan-Rückkehr in die Stadien, das die Vereine finanziell zunehmend belastet und bei dem sich bislang keine einheitliche Lösung abzeichnet.

Nachdem die Politik in der Vorwoche eine generelle Entscheidung zum Umgang mit Großevents im Fußball bis Ende Oktober vertagt hat, droht in der Bundesliga und Zweiten Liga aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Verfügungslage ein Flickenteppich. DFL-Boss Christian Seifert brachte seinen Unmut darüber deutlich zum Ausdruck. „Man sollte die Bundesliga fair behandeln und nicht nur mit Blick auf eine mögliche Signalwirkung. Es geht nicht nur um Zeichen, sondern auch um Strategie“, kritisierte er in der „Sport Bild“.

Es sei falsch, angesichts der steigenden Infektionszahlen in Deutschland über volle Stadien zu diskutieren – das habe die DFL auch nie gefordert. „Was aber nicht geht, dass Unternehmen, zu denen auch die Bundesliga gehört, in Mithaftung genommen werden, wenn sich Leute im privaten Bereich nicht an Hygiene-Regeln halten und meinen, sie müssen auf illegale Partys gehen“, sagte der 51-Jährige. „Es ist richtig, wenn die Zügel angesichts der Infektionszahlen angezogen werden – aber das muss an den richtigen Stellen geschehen.“

In München 400, in Leipzig 8500

Das Zögern der Länderchefs stürzt die DFL in ein Dilemma. Während Rekordmeister Bayern München die Saison gegen Schalke 04 am 18. September Stand jetzt nur vor maximal 400 Zuschauern eröffnen dürfte, erhielt RB Leipzig vom zuständigen Gesundheitsamt bereits grünes Licht für 8500 Fans bei allen Heimspielen während der Corona-Krise. Die bei den Geisterspielen der Vorsaison gewährleistete Chancengleichheit wird dadurch ausgehebelt, was vor allem im Tabellenkeller spürbare Auswirkungen haben könnte.

Die spannende Frage lautet daher: Wie gehen die 36 Clubs mit der Situation um? Anfang August hatten sie sich darauf geeinigt, dass Gästefans bis zum Jahresende überall keinen Einlass finden sollen. Bis vorerst zum 31. Oktober gilt zudem: Keine Stehplätze und kein Alkohol in den Stadien. Doch mit einer einheitlichen Regelung bei der Teilzulassung von Zuschauern würde sich die Branche bei der angestrebten schrittweisen Rückkehr zur Normalität selbst ausbremsen. 

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