Fußball

Fußball Nach dem wenig prickelnden 2:0 gegen Olympiakos Piräus vermeiden die Münchner alle Äußerungen zu einem neuen Trainer

FC Bayern sagt Wenger öffentlich ab

München.Das Rätsel um den zukünftigen Trainer beendete Uli Hoeneß nicht, als er bester Laune in die Münchner Nacht entschwand. „Gute Frage“, sagte der noch amtierende Präsident des FC Bayern nach dem 2:0 gegen Olympiakos Piräus in der Champions League und lachte. Der hochgehandelte Arsène Wenger wird wohl nicht die Lösung sein. Der 70-Jährige sei „keine Option“, teilte der Fußball-Rekordmeister am Donnerstagabend mit. Der Verein bestätigte zugleich, dass Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit Wenger noch am Mittwochnachmittag telefoniert habe.

Ob Hansi Flick auch noch nach dem Bundesliga-Knaller gegen Borussia Dortmund Trainer bleibt, ist deshalb weiter offen. Flick stieß auf den wenig prickelnden Erfolg gegen die Griechen mit einem Glas Wasser an. Für edlere Getränke war vor dem Liga-Gipfel nicht der Zeitpunkt.

„Es ist ein Spiel, auf das sich ganz Deutschland freut. Es ist für uns das zweite wichtige Spiel in dieser Woche, da können wir ein weiteres Zeichen setzen“, sagte er mit Blick auf Samstag. Im ersten Spiel nach dem Aus von Niko Kovac stoppte der langjährige Joachim-Löw-Vertraute erstmal den Abwärtstrend des Meisters und Pokalsiegers. Er brachte Stabilität und Selbstbewusstsein zurück in das nach dem 1:5 in Frankfurt verunsicherte Starensemble.

„Ich habe es genossen, weil die Mannschaft die Qualität, die sie hat, gezeigt hat“, sagte der 54-Jährige am Mittwochabend. „Aber natürlich ist noch Luft nach oben.“ Für den bisherigen Kovac-Assistenten zählt nur das Kräftemessen mit Borussia Dortmund. Für Trainergerüchte oder eine Verlängerung seiner Zwei-Spiele-Mission ist für Flick und seine Spieler kein Platz. „Es ist der deutsche Klassiker, und der hat seine eigenen Gesetze“, sagte Torhüter Manuel Neuer.

Die Frage nach dem zukünftigen Bayern-Coach sei aktuell nicht das Thema für die Mannschaft, stellte der Kapitän klar. „Wir haben ja jetzt einen neuen Trainer, der uns darauf einstellt, das Spiel gegen Borussia Dortmund möglichst zu gewinnen.“

Nach dem Kovac-K.o. war der Münchner Notfallplan mit Flick auf die Spiele gegen Piräus und den BVB ausgerichtet. Teil eins des Auftrags ist erfüllt. Mit Hochdruck wird daneben an der neuen Trainerlösung gearbeitet. Thomas Tuchel und Ralf Rangnick sagten ab oder ließen absagen. Nun wurde auch der langjährige Arsenal-Coach Wenger von der Liste gestrichen.

„Wir werden in Ruhe, ohne Druck, den Trainer aussuchen, der nach unserer Meinung der richtige ist“, hatte Sportdirektor Hasan Salihamidzic zu den Gerüchten um Wenger gesagt. „Hansi ist, glaube ich, in diesem Moment der richtige Trainer für uns. Er ist jetzt bis auf Weiteres Trainer, und alles andere werden wir sehen.“ Möglicherweise bleibt Hansi als Chef im Glück.

Die Münchner wollen erstmal die große Dortmund-Prüfung abwarten. Unter Flick agierten sie beim zähen Erfolg durch die Treffer von Robert Lewandowski und Ivan Perisic wieder etwas Bayern-like. „Ich bin sehr zufrieden, weil die Null steht“, sagte Flick. Das gab’s zuletzt vor acht Pflichtspielen beim 4:0 gegen den 1. FC Köln. dpa