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Fußball Die Kreuzbandverletzung von Wunschspieler Leroy Sané bringt das Personalpuzzle des Rekordmeisters durcheinander

FC Bayern verfolgt jetzt Plan B

Rottach-Egern.Hasan Salihamidzic ließ sich nicht locken. Der Sportdirektor des FC Bayern gab nach der „traurigen“ Nachricht über die Kreuzbandverletzung von Wunschspieler Leroy Sané nicht preis, was das für die weitere Münchner Personalpolitik bedeutet. Dagegen betonte Pep Guardiola, dass er als Trainer von Manchester City weiter mit dem deutschen Fußball-Nationalspieler plant. „Er ist unser Spieler, er hat mir nicht gesagt, dass er uns verlassen wollte“, sagte der Katalane. „Ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht, dass er uns verlässt.“

Egal ob Pep mit diesen Worten pokert oder nicht – der FC Bayern muss jetzt in jedem Fall Plan B verfolgen. Denn selbst wenn Sané für eine Rekordablöse noch in diesem Sommer kommen sollte, würde der 23-Jährige erst im EM-Jahr 2020 wieder auf dem Flügel stürmen können. Verstärkung wünscht und braucht der deutsche Meister nach der Ära Franck Ribéry und Arjen Robben allerdings auf den offensiven Außenbahnen sofort.

„Der Transfermarkt – das ist eine Phase, in der man Ruhe bewahren und schauen kann, wie es weitergeht“, sagte Salihamidzic. Viel Zeit haben die Münchner bis zum Transferschluss am 2. September nicht mehr. Timo Werner (RB Leipzig/Vertrag bis 2020), Ivan Perisic (Inter Mailand/2022), Philippe Coutinho (FC Barcelona/2023), Hakim Ziyech (Ajax Amsterdam/2022) oder Steven Bergwijn (PSV Eindhoven/2022) werden als Kandidaten für die Flügelpositionen gehandelt.

Werner, Perisic, Ziyech, Bergwijn?

Nationalspieler Werner (23) ist schon lange Kandidat und wäre offensiv flexibel einsetzbar. Den ehemaligen Wolfsburger und Dortmunder Perisic (30) kennt Bayern-Trainer Niko Kovac als kroatischer Landsmann bestens. Ziyech (26) ist den Bayern aus den Königsklassen-Duellen gegen Ajax gut bekannt, er verlängerte am Freitag in Amsterdam aber um ein Jahr bis 2022. Bergwijn (21) ist eine holländische Zukunftshoffnung. Zwar hat München Kingsley Coman und Serge Gnabry als Stützen für die Flügelpositionen. Doch die Robbery-Nachfolger zeigen sich auch verletzungsanfällig.

„Vielleicht stehen wir ja schon kurz vor Unterschriften und auf einmal geht es Schlag auf Schlag“, sagte Co-Kapitän Thomas Müller im Trainingslager am Tegernsee mit einem Lachen. „Ich bin der Meinung, dass man dem Verein die Möglichkeit geben sollte, in Ruhe zu arbeiten, was die Transfers anbelangt.“

In Ruhe arbeiten

Ruhe wünscht sich Salihamizdic vermutlich am meisten. Der Mann, in dem Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Ende vergangenen Jahres schon Züge des „jungen Uli Hoeneß“ erkannte und dem Präsident Uli Hoeneß „ein Stahlbad“ vorhersagte, war in den Trainingstagen am Fuße des Wallbergs immer wieder am Telefon zu sehen.

Lucas Hernández (80 Millionen Euro), Benjamin Pavard (35 Mio), Alphonso Davies (10 Mio) und Fiete Arp (3 Mio) lauten die vier Millionen-Transfers des Sportdirektors, der nach zwei Jahren im Amt in diesem Sommer weiter liefern will. Und muss. Die vollmundige Aussage von Hoeneß („Wenn sie wüssten, was wir alles schon sicher haben“) hat den Druck nicht verringert.

Sané galt bislang als die Personalie, nach der die anderen Planungen intensiviert werden sollten. Jetzt müssen die Münchner, Manchester und Sané, der in der kommenden Woche am rechten Knie operiert werden soll und danach im Normalfall ein halbes Jahr ausfällt, weitere Überlegungen anstellen. „Ich bin kein Arzt. Diese Verletzung ist ernst. Sechs, sieben Monate? Hoffentlich ist er im Februar oder März wieder bei uns“, sagte Guardiola vor dem Ligastart des englischen Fußball-Meisters am Samstag gegen West Ham United. „Er ist ein junger Spieler, hoffentlich erholt er sich gut.“