Fußball

Fußball DFB-Funktionär Siegfried Dietrich sieht Clubs in der Verantwortung

Fernsehgelder der Männer sollen Frauen helfen

Archivartikel

Frankfurt.Siegfried Dietrich hat als Vorsitzender des neuen DFB-Ausschusses Frauen-Bundesliga die Männerclubs im Oberhaus in die Pflicht genommen. „Für mich erfüllt ein großer Fußballverein erst dann zu 100 Prozent seine Verantwortung in der gesellschaftlichen Ausrichtung, wenn er neben dem etablierten Männerfußball auch Frauen- und Nachwuchsfußball für Jungen und Mädchen anbietet“, sagte der Manager des 1. FFC Frankfurt in einem Interview auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes.

Große Hoffnungen auf Keller

Ein Anreiz dafür könne auch sein, dass Gelder aus der TV-Vermarktung für ein gezieltes Engagement im Frauenfußball ausgelobt werden, sagte Dietrich. „Und wenn man dann noch die zusätzlichen Vermarktungsmöglichkeiten auch mit Blick auf den Internationalisierungsprozess gerade der großen Vereine sieht, kann leidenschaftliches Engagement in den Frauenfußball zu einer echten Win-win-Situation werden“, so der 62-Jährige weiter.

Der frühere Champions-League-Sieger aus Frankfurt spielt von der kommenden Saison an unter dem Dach der Eintracht. In der Frauen-Bundesliga spielen derzeit mit dem FC Bayern München, VfL Wolfsburg, SC Freiburg, 1. FC Köln, MSV Duisburg, Bayer Leverkusen und der TSG Hoffenheim sieben Mannschaften, die einem Proficlub der Männer angeschlossen sind.

Ob solche Zusammenschlüsse das Allheilmittel sind, bezweifelt Dietrich. „Jeder Verein muss entsprechend seiner realistischen Möglichkeiten ein Geschäftsmodell finden und etablieren, mit dem er seine sportlichen und gesellschaftlichen Ziele verfolgen kann“, erklärt Dietrich.

Große Stücke hält der 62-Jährige auf den neuen DFB-Präsidenten Fritz Keller: „Eine Entwicklung ist oft so stark und so gut wie das Engagement der handelnden Personen. Ob auf dem Rasen, in den Vereinen oder an der Spitze des Verbandes. Ich bin sicher, dass Fritz Keller – ähnlich wie früher Theo Zwanziger – für den deutschen Frauenfußball ein Glücksfall sein wird.“ Dietrich begründet seine Hoffnungen mit der bisherigen Tätigkeit Kellers als Club-Präsident. „Er hat beim SC Freiburg nicht nur nachhaltig Frauenfußball-Luft geatmet, sondern sieht neben dem sportlichen Mehrwert für die gesamte Fußballfamilie auch die gesellschaftliche Rolle unserer fußballspielenden Mädchen und Frauen“, sagt Dietrich. dpa

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