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Fußball Oberliga-Club 1. FC Düren bejubelt Erstrunden-Match gegen Bayern München im DFB-Pokal / Glückwunsch-Botschaft von Leroy Sané

Freuden-Feuerwerk beim Fünftligisten

Archivartikel

Frankfurt.Bayern-Star Leroy Sané gratulierte per WhatsApp, auch Münchens Meistertrainer Hansi Flick schickte Glückwünsche und bei der Siegesparty am Clubheim gab es sogar ein Feuerwerk. Doch die riesige Freude der fünftklassigen Amateurkicker des 1. FC Düren über das Traumduell mit dem Branchenprimus in der ersten Runde des DFB-Pokals könnte durch die Corona-Krise schnell ein wenig getrübt werden. Denn schon jetzt steht fest: Einen Fußball-Festtag am Samstag, 11. September (live bei Sport 1) vor voller Hütte wird es für den Mittelrhein-Pokalsieger am zweiten September-Wochenende nicht geben.

Dürens Präsident Wolfgang Spelthahn sprach nach dem 1:0 im Geister-Endspiel gegen den Regionalligisten Alemannia Aachen dennoch von einem sportlichen „Sechser im Lotto“. Und auch wirtschaftlich zahlt sich das erstmalige Erreichen des DFB-Pokals – wie für alle Landespokalsieger – aus: Jeder Teilnehmer kassiert vom DFB eine sechsstellige Prämie. Doch die speziellen Umstände könnten Düren zu einem Novum zwingen. „Eventuell wollen wir anbieten, das Heimrecht für dieses Spiel zu tauschen“, kündigte Spelthahn an. „Zu Hause können wir sowieso nicht spielen, unser Stadion wird umgebaut.“

Gespräche über Umzug

Am Dienstag wolle sich der Oberliga-Club deswegen möglicherweise mit den Bayern in Verbindung setzen. Eine schnelle Rückkehr zur Normalität wird es angesichts der steigenden Infektionszahlen in Deutschland kaum geben. Das Thema steht zwar beim nächsten Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag auf der Agenda, eine generelle Teilzulassung von Fans in den Stadien ist nach den jüngsten Signalen aus der Politik aber nicht zu erwarten.

„Es ist schwierig für uns alle geworden, nachdem die Bundesregierung es in die Länderhoheit weitergegeben hat. Und die haben es an einzelne Kreise weitergegeben. Wir haben überall unterschiedliche Pandemie-Bedingungen“, beschrieb DFB-Boss Fritz Keller die Lage.

Der „Finaltag der Amateure“ am Samstag war dafür der beste Beweis. Bei acht der insgesamt 19 Endspiele waren keine Fans zugelassen, bei den anderen Partien schwankte die Zahl der zugelassenen Besucher zwischen 150 und 1000. Dieser Flickenteppich wird wohl auch in drei Wochen noch Bestand haben.

Den Amateurvereinen gehen damit in der ersten Pokal-Runde erhebliche Einnahmen aus dem Ticketverkauf verloren. Teams, die nicht über eine entsprechende Spielstätte verfügen und in ein anderes Stadion ausweichen müssten, droht aufgrund der Mehrkosten sogar ein Zuschussgeschäft. dpa

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