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Fußball-Gruppenliga Riedrode gewinnt das Derby gegen Sportfreunde Heppenheim mit 3:0 / Eintracht-Trainer Sigmund findet nach 0:4 in Geinsheim klare Worte

FSG baut Heimserie aus

Archivartikel

Ried.Die FSG Riedrode hat das Bergsträßer Gruppenliga-Derby gegen die Sportfreunde Heppenheim für sich entschieden. Nach 90 Minuten im Wechselbad der Gefühle feierten die Blau-Schwarz-Gelben den fünften Heimsieg im fünften Heimspiel, 3:0 (1:0) lautete der Endstand. Bei der Bürstädter Eintracht kündigte Spielertrainer Benjamin Sigmund nach dem 0:4 (0:0) beim SV 07 Geinsheim personelle Konsequenzen an.

Riedrode – Heppenheim 3:0

„Über 80 Minuten haben wir wirklich gut gespielt“, fand Riedrodes Trainer Andreas Keinz: „In den ersten zehn Minuten hatte Heppenheim zwei Großchancen, die unser Torwart Chris Keilmann stark vereitelt hat. Das Ergebnis ist vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallen, aber wir haben den Sportfreunden in der zweiten Halbzeit nicht mehr großartig Chancen gegeben.“

Heppenheims Trainer Aiad Al-Jumaili haderte mit den Top-Möglichkeiten, die seine Truppe liegen ließ. „Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Den Elfmeter kann man besser schießen“, monierte er: „Wir waren super drin im Spiel und waren in den 25 bis 30 Minuten gerade nach vorne hin die bessere Mannschaft. Riedrode hat die erste Chance genutzt, ist besser ins Spiel gekommen und hat es dann gut verteidigt. Das ist eine Qualität, die wir heute nicht hatten.“

Anders als etwa beim 0:4 im Top-Spiel gegen Fehlheim am vergangenen Sonntag verschlief die FSG den Beginn nicht, Heppenheim war trotzdem sofort gefährlich. In der vierten Minute tauchte Schad Bendiyan frei vor Chris Keilmann auf, der frühere Regionalliga-Schlussmann in Riedroder Diensten wehrte den Versuch allerdings ab. In Minute zehn zeigte der Referee nach einem Foul von André Moos gegen Bendiyan auf den Elfmeterpunkt, doch der Gefoulte hatte im Duell gegen Keilmann erneut das Nachsehen.

Nils Schwaiers 1:0 – Gianluca Lucchese hatte auf den langen Pfosten geflankt – erwischte die Sportfreunde eiskalt (17.), ebenso die Verletzung von Niklas Kupka (39.). Brandon Wiley probierte es, aber einmal mehr war Keilmann Chef im Strafraum. In den zweiten 45 Minuten rannte Heppenheim nochmals an. „Allerdings waren wir nicht durchschlagskräftig genug“, hätte sich Al-Jumaili „mehr erwartet“. Und Riedrode? Blieb ruhig. Nach einer Doppelchance für Sinisa Pitlovic und Tomislav Tadijan staubte Schwaier zum 2:0 ab (61.). Auch die Gelb-Rote Karte gegen Schwaier (71./Ball weggeschlagen) verunsicherte die FSG nicht. Nach einem Ball in die Tiefe machte Lucchese das 3:0 – und vor 200 Zuschauern den Sack zu (77.). Mit nun 16 Punkten bleibt Riedrode Zweiter. 15 Zähler holte die FSG zu Hause. „Das ist natürlich überragend, aber wir wollen jetzt auch auswärts nachlegen“, richtete Keinz den Blick schon auf das Gastspiel in Lengfeld am kommenden Sonntag.

Geinsheim – Eintracht Bürstadt 4:0

Nicht das Endergebnis verärgerte Eintracht-Coach Benjamin Sigmund, sondern die Art, wie sich einige seiner Spieler im zweiten Durchgang präsentierten. „Die zweite Halbzeit war schon ein bisschen charakterschwach“, erklärte Bürstadts Spielertrainer, der in der ersten Hälfte per Freistoß eine der besten Chancen für die Gäste hatte: „Mit sieben Spielern kann man kein Spiel gewinnen. Wir spielen Gruppenliga. Da sollte jeder wissen, um was es geht.“

In den ersten 45 Minuten hatte Sigmund einen guten Auftritt seiner Elf gesehen. „Wir waren gefälliger, haben den Gegner früh gestört. Da sah es nicht danach aus, dass das Spiel so eine Wendung nehmen würde“, konnte Bürstadts Trainer mit dem 0:0 zur Pause leben. Dass Geinsheims Alexander Melchior mit einem genialen Lupfer aus der Distanz für das 1:0 sorgte, brachte Sigmund nicht aus der Fassung. Dann schon eher die Behäbigkeit, mit der die Eintracht das 0:2 durch Niclas Krumb nur eine Minute später (nicht) verteidigte. „Dann steht es 0:2 und keiner weiß warum“, sagte Sigmund.

In der Nachspielzeit sorgten Dominik Baumgärtner (90.+1) und Melchior (90.+3) für das 3:0 und 4:0. Vorher sah Vitali Becker Gelb-Rot (86.). Doch da war Sigmund schon bedient. „Vielleicht verkennt der eine oder andere die Situation oder wähnt sich im Wohlfühlmodus, weil wir sowieso nur wenige Spieler haben. Aber das lasse ich mir so nicht bieten. Dann spiele ich lieber zu zehnt“, holte der Coach aus: „Bei mir spielen ab sofort nur noch Spieler, die gewillt sind, an die Leistungsgrenze zu gehen.“

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