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Fußball Mittelfeld-Ass Klaassen vor Ajax-Wechsel

Geldnot trübt Freude über gelungenen Werder-Start

Archivartikel

Bremen.Von Euphorie war bei Werder Bremen nichts zu spüren. Zwar steht der Fast-Absteiger der Vorsaison mit sechs Punkten nach drei Spielen gut da, als „hochzufrieden“ bezeichnete Trainer Florian Kohfeldt nach dem 1:0 gegen Arminia Bielefeld seine sportliche Gefühlslage. Der bevorstehende Abschied von Davy Klaassen und Milot Rashica trübt den guten Start aber: Ein Verlust der beiden Leistungsträger bis zum Ende des Transferfensters am Montag könnte weitreichende Folgen haben.

Ohne das Duo geht der Blick höchstwahrscheinlich in der Tabelle nicht nach oben, sondern erneut in Richtung Abstiegskampf. Sorgen macht sich Sportchef Frank Baumann vorerst zwar noch nicht, denn „das ist die falsche Herangehensweise“, sagte er am Samstag. „Wir würden aber zwei Spieler mit Qualität verlieren. Darüber müssen wir nicht reden.“

Vizekapitän Klaassen zieht es zu Ajax Amsterdam. Der Topclub möchte den Mittelfeldspieler unbedingt verpflichten, auch der Niederländer will zurück in die Heimat. Am Sonntagabend war der Transfer so gut wie perfekt. „Es wird auf einen Wechsel hinauslaufen“, sagte Baumann und bestätigte die grundsätzliche Einigung. „Die letzten Details und Formalitäten müssen noch geklärt werden.“ Laut einem Bericht der niederländischen Zeitung „De Telegraaf“ haben sich die Bremer und der niederländische Club auf eine Ablösesumme geeinigt. Demnach wird Werder elf Millionen Euro plus drei Millionen Euro an Bonuszahlungen erhalten. Gegen Bielefeld nahm Kohfeldt Klaassen nach 74 Minuten vom Platz, auch weil der 27-Jährige nicht in Bestform war.

30-Millionen-Loch durch Corona

Rashica nahm angeschlagen in Zivil auf der ansonsten leere Tribüne des Weserstadions Platz - oft mit Handy in der Hand. Der schnelle und trickreiche Kosovare würde gerne gehen, doch nach der Absage von Wunschclub RB Leipzig mangelt es an zahlungskräftigen Vereinen. Rund 20 Millionen Euro erhoffen sich die Bremer von seinem Verkauf.

„Die Wahrscheinlichkeit ist weiterhin größer, dass er uns verlässt“, sagte Werder-Geschäftsführer Baumann. Die finanziell klammen Bremer benötigen dringend Geld. Die Coronavirus-Pandemie hat nach eigenen Angaben ein 30-Millionen-Loch gerissen. 

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