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Fußball Borussen gewinnen 90. Derby gegen Köln vor leeren Rängen mit 2:1

Gladbach in aller Stille Vierter

Archivartikel

Mönchengladbach.Dem Sieg in gespenstischer Atmosphäre folgten kuriose Szenen: Nach dem 50. Derbysieg gegen den 1. FC Köln kletterten die Profis von Borussia Mönchengladbach im leeren Stadion die Steinstufen der Nordkurve empor und bedankten sich bei den wartenden Fans vor der Arena. „Das war ein schöner Moment, alles andere als selbstverständlich“, sagte Gladbachs Christoph Kramer nach dem 2:1 (1:0). Trainer Marco Rose sprach von einem „emotionalen“ Augenblick, konstatierte aber auch: „Wir freuen uns über den Sieg, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es ohne Fans nicht der Fußball ist, den wir uns wünschen.“

Schiedsrichter Deniz Aytekin konnte die Atmosphäre „schwer in Worte fassen“. Ein Spiel ohne Fans sei „wirklich etwas ganz Anderes, beängstigend“, sagte der erfahrene FIFA-Referee aus Oberasbach. Im wegen des Coronavirus ersten Bundesligaspiel überhaupt ohne Zuschauer sorgten Breel Embolo (32. Minute) mit seinem siebten Saisontreffer und ein Eigentor von Kölns Jorge Meré (70.) für den verdienten Gladbacher Sieg im Nachholspiel des 21. Spieltages unter völlig ungewohnten Umständen. „Es war das erwartet skurrile Spiel“, sagte Kölns Manager Horst Heldt. Durch den Sieg gegen den Erzrivalen kehrte Borussia auf einen Champions-League-Platz zurück.

Erst „Sabine“, jetzt Corona

Der Anschlusstreffer durch Mark Uth (81.) kam für die Kölner zu spät. In der Nachspielzeit hatte Uth noch die Chance auf den Ausgleich, doch der zuvor patzende Yann Sommer parierte (90.+3). „Wir haben hier mit einem sehr starken Gegner oft auf Augenhöhe gespielt und hätten unter dem Strich durchaus einen Punkt verdient gehabt“, sagte Kölns Trainer Markus Gisdol.

Nach 25 Spieltagen liegen die Borussen mit nun 49 Punkten sechs Zähler hinter Spitzenreiter Bayern München. Die zuletzt formstarken Kölner bleiben mit 32 Punkten im gesicherten Mittelfeld.

Stille statt Anfeuerungen beim Aufwärmen, Einlaufmusik vom Band statt Fangesänge, hallende Rufe der Spieler statt emotionaler Derbystimmung – es war für die wenigen Beteiligten eine eigenartige Erfahrung. Das 90. Bundesliga-Derby der beiden rheinischen Traditionsclubs erhielt keinen würdigen Rahmen.

Wegen der Rivalität beider Clubs war mit Sorge befürchtet worden, dass etliche Fans dennoch zum Stadion anreisen könnten. Vor dem Spiel blieb aber alles rund um die Arena ruhig. Das Spiel entwickelte sich mit nur geringer Intensität und ohne große Höhepunkte. Embolos erstes Tor seit dem 1:2 im Dezember in Wolfsburg fand diesmal außer bei den Mitspielern keine Resonanz. Vier Tage zuvor hatten noch knapp 55 000 Zuschauer das 1:2 im Spitzenspiel gegen Dortmund gesehen. Nach dem Erlass von Nordrhein-Westfalens Landesregierung, Veranstaltungen ab einer Größe von 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bis auf Weiteres abzusagen, blieb für die Kommunen kein Ermessensspielraum mehr. Der Borussia entgehen dadurch nach eigener Aussage pro Spiel rund zwei Millionen Euro. „Das trifft den Verein Borussia Mönchengladbach bis ins Mark“, hatte Geschäftsführer Stephan Schippers geklagt.

Dies wäre am 9. Februar noch anders gewesen, als das Spiel eigentlich hätte stattfinden sollen. Damals wurde die Partie wegen des Orkantiefs „Sabine“ abgesagt. dpa

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