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Fußball Der frühere Weltklassestürmer Miroslav Klose beginnt seine neue Aufgabe als Co-Trainer des FC Bayern mit Elan

Gleich eine Extraschicht

München.Vorhang auf für Miroslav Klose: Mit einem Lächeln im Gesicht schlüpfte der WM-Rekordtorschütze unter der hochgehobenen Sichtschutzplane am Trainingsgelände des FC Bayern hindurch. Auf dem Weg zur ersten Einheit wechselte der gut gelaunte Klose ein paar Worte mit seinem neuen Chef Hansi Flick, dann legte er mit viel Elan los. Der 42-Jährige passte Bälle zu, motivierte, gab Kommandos, suchte Gespräche. Einen weißen Zettel hielt der neue Co-Trainer der Bayern-Stars stets in der Hand.

„Ich konnte es nicht erwarten, so schnell wie möglich wieder auf den Platz zu kommen“, sagte Klose, der gleich noch eine Extraschicht mit Robert Lewandowski einlegte. „Ich glaube schon, dass mein Fokus ein bisschen auf den Stürmern liegen wird. Aber das werden wir jetzt noch mit Hansi Flick definieren.“

Nach zwei erfolgreichen Jahren bei der U 17 des deutschen Fußball-Rekordmeisters ist der beförderte Klose im neuen Amt der Wunschkandidat von Flick. Der mit 71 Toren in 137 Partien erfolgreichste Torschütze der deutschen Länderspielgeschichte arbeitet neben dem Bayern-Job seit diesem Sommer an der Fußballlehrer-Lizenz und geht damit zielstrebig „den nächsten Schritt in meiner Laufbahn als Trainer“. Das Engagement bei den Münchner Profis ist zunächst für ein Jahr bis 30. Juni 2021 vereinbart.

„Wir freuen uns, im Team so einen Topexperten zu haben, gerade was den internationalen Fußball betrifft“, sagte Flick. „Ich erwarte von Miro, dass er seine Erfahrung in das Team mit einbringt, so wie alle im Team. So kenne ich Miro auch, sehr unaufgeregt und ohne irgendwelche Eitelkeiten.“ Möglicherweise wird Klose im August den Teil des Bayern-Teams um Neuzugang Leroy Sané betreuen, der in München bleibt und nicht mit auf die anvisierte Champions-League-Tour nach Portugal geht.

Besonders die große Erfahrung des früheren Weltklassestürmers könne „ein enormes Pfund“ sein, sagte Flick. Beide kennen sich schon lange. Vor sechs Jahren feierte der damalige Joachim-Löw-Assistent Flick mit Klose auch den WM-Titel in Rio. „Wir vertrauen uns sowohl fachlich als auch menschlich“, betonte Klose bei seiner Verpflichtung.

Von 2007 bis 2011 stürmte Klose für die Münchner, nach seinem Karriereende 2016 trieb er die Trainerlaufbahn voran. Zeitweise gehörte er zum Stab von Bundestrainer Joachim Löw. Dort nahm er „taktische Finesse“ mit, lernte von Löw „ein Gespür für Spieler, für den Zusammenhalt in der Gruppe“. Im Sommer 2018 wechselte er zum Bayern-Nachwuchs und weckte mit der Arbeit auch Begehrlichkeiten in der Bundesliga. Dort will er selbst „irgendwann“ einmal Cheftrainer sein.

Auf dem steinigen Weg

„Bei Miro gefällt mir ein Fakt ganz besonders: Er war selbst ein Weltklassestürmer. Doch trotz seines Namens und seiner erfolgreichen Vita hat Miro den steinigen Weg als Trainer gewählt, sammelt Erfahrung, arbeitet sich hoch“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. „Ich bin überzeugt davon, dass insbesondere unsere Stürmer von ihm als Trainer profitieren werden.“

Der bodenständige Klose selbst weist selbst gerne darauf hin, dass er bei der Trainer-Laufbahn „nichts überstürzen“ will. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass ich ein sehr offener, kommunikativer Trainer bin. Und ich möchte dann auch auf die Spieler zugehen“, sagte er.

Dem Trainerstab von Teamplayer Flick gehören außer Klose noch Danny Röhl (Co-Trainer Analyse), Toni Tapalovic (Torwarttrainer), Holger Broich (Wissenschaftlicher Leiter und Leiter Fitness) und Hermann Gerland (Co-Trainer) an. Gerland und Klose suchten am Dienstag auffallend häufig das Gespräch. „Es ist unheimlich spannend, und ich bin sehr glücklich, dabei zu sein. Wir sind eine gute Truppe, und jeder kann von dem anderen lernen“, sagte Klose. dpa

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