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Fußball Mit dem Spiel gegen China beginnt für die DFB-Frauen am Samstag die WM in Frankreich / Olympia-Qualifikation das Minimalziel

Großes Vertrauen in die eigene Stärke

Archivartikel

Frankfurt.Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg tankte bei einem Familientag im heimischen Garten noch einmal Kraft, Kapitänin Alexandra Popp lud den Akku bei ausgedehnten Spaziergängen mit ihrem Hund auf. Nach einem freien Wochenende brachen Deutschlands Fußball-Frauen am Montagnachmittag ausgeruht und voller Tatendrang zu ihrer „Tour de France“ auf. „Wir sind froh, dass es jetzt endlich losgeht“, sagte Voss-Tecklenburg vor dem Abflug zur Weltmeisterschaft in Frankreich.

Nach dem Treffen in einem Frankfurter Nobel-Hotel ging es für die DFB-Delegation mit einer Chartermaschine nach Rennes, wo für den Olympiasieger am Samstag das Auftaktspiel in der Gruppe B gegen China ansteht. „Das ist eine physisch starke Mannschaft, die erst einmal bespielt werden muss. Da müssen wir viel auf den Platz bringen“, sagte Voss-Tecklenburg. Weitere Vorrundengegner sind Spanien am 12. Juni in Valenciennes und Südafrika am 17. Juni in Montpellier.

Bei dem vierwöchigen Turnier will die junge DFB-Auswahl das EM-Debakel von 2017 vergessen machen und sich mindestens das Olympia-Ticket für Tokio sichern. Dafür muss der zweimalige Weltmeister bei der WM-Endrunde vom 7. Juni bis 7. Juli zu den drei besten europäischen Teams gehören. „Wir wollen uns für die Olympischen Spiele qualifizieren. Das bedeutet, dass wir mindestens ins Viertelfinale, wenn nicht sogar ins Halbfinale kommen müssen“, sagte die Bundestrainerin. „Wenn wir das schaffen, wäre der erste große Schritt getan. Alles andere ist dann Mehrwert.“

Verband zahlt Rekordprämie

Sollte der dritte WM-Triumph nach 2003 und 2007 gelingen, darf sich jede Spielerin über eine Rekordprämie von 75 000 Euro freuen. Der Verband würde 65 000 Euro für den Titel zahlen. Für die erfolgreiche Olympia-Qualifikation käme ein Bonus von 10 000 Euro oben drauf.

Die gute Vorbereitung hat bei Voss-Tecklenburg die Zuversicht gestärkt, dass es weit gehen kann. Anders als bei der EM vor zwei Jahren, als schon im Viertelfinale gegen Dänemark das Aus kam und Steffi Jones danach ihren Job als Bundestrainerin verlor. „Wir haben eine unheimliche Qualität und Breite im Kader“, sagte Voss-Tecklenburg. „Ich hoffe auf ein langes Turnier.“

Kurz vor dem Start in das WM-Abenteuer nahm das Kribbeln bei den Spielerinnen und ihrer Trainerin zu. „Man spürt das jetzt, alle haben darauf hingearbeitet“, schilderte Voss-Tecklenburg die Gefühlslage im Team. Allerdings weiß die 51-Jährige, dass die WM kein Selbstläufer wird. „Die Mannschaft muss in das Turnier hineinfinden. Wir haben 15 Spielerinnen dabei, die ihre erste Frauen-WM spielen. Wir wissen, was sie fußballerisch können, aber wir wissen nicht, ob sie das auch auf den Platz bringen“, warnte sie vor zu hohen Erwartungen.

Die eigenen Ansprüche sind dennoch hoch. „Unser erstes Etappenziel ist es, möglichst als Gruppensieger weiterzukommen“, sagte Popp. Die 28 Jahre alte Stürmerin vom Doublesieger VfL Wolfsburg gehört zu den wenigen Routiniers im 23-köpfigen Aufgebot.