Fußball

Fußball Nationalspieler Younes übt nach Wechsel Selbstkritik

„Habe mir Flöhe ins Ohr setzen lassen“

Neapel.Mit einigen Klarstellungen und viel Selbstkritik hat Fußball-Nationalspieler Amin Younes sein monatelanges Schweigen gebrochen. Nach einer Transfer-Odyssee, in der er als „Vertragsbrecher“ und „Arbeitsverweigerer“ bezeichnet wurde, sagt der Confed-Cup-Sieger in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Ich übernehme dafür die Verantwortung.“ Allerdings dementiert er energisch, gegenüber seinem heutigen Club SSC Neapel im Januar und dem VfL Wolfsburg im Sommer vertragsbrüchig geworden zu sein. „Ich habe damals nirgendwo einen Vertrag unterschrieben“, beteuert er.

Nach dem Confed-Cup 2017 hatte der gebürtige Düsseldorfer seinem Verein Ajax Amsterdam signalisiert, den Verein verlassen zu wollen. Doch Ajax ließ ihn nicht gehen. Von seinem langjährigen Berater hatte er sich kurz vorher getrennt. Und wurde dann nach eigener Aussage zum „Spekulationsobjekt“. „Es war klar, dass ich im Sommer ablösefrei sein werde. Deshalb haben mir manche Leute Flöhe ins Ohr setzen wollen“, sagt er: „Und ich habe sie mir leider reinsetzen lassen.“

Der erhoffte Wechsel nach Neapel im Winter platzte. „Ich wurde falsch beraten, die Kommunikation war schlecht“, sagt Younes dazu. Dass er im Winter nicht nach Italien gewechselt sei, weil ihm die Stadt nicht gefallen habe oder er von einem Mafioso auf der Straße angegangen worden sei, sei aber „völliger Quatsch“. Die reumütige Rückkehr nach Amsterdam gestaltete sich schwierig. „Es hat sich dann so zugespitzt, dass ich mich zu dem größten Fehler habe hinreißen lassen.“ Bei einem Spiel verweigerte Younes die Einwechslung. „Da braucht man nicht drumherum zu reden“, sagt der in Mönchengladbach ausgebildete Offensivspieler: „Das war falsch, den Teamkollegen und dem Verein gegenüber. So etwas macht man nicht.“

Nach einem klärenden Gespräch mit seinem neuen Berater Sahr Senesie – Ex-Profi und Bruder von Nationalspieler Antonio Rüdiger – und dem neuen Napoli-Trainer Carlo Ancelotti landete er im Sommer doch in Neapel. Und das, obwohl er sich kurz zuvor bei Einheiten mit einem Privattrainer einen Achillessehnenriss zugezogen hatte. Inzwischen ist Younes wieder im Lauftraining. Wann er spielen kann, ist noch offen. dpa