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Fußball Der neue Mainzer Sportvorstand bezeichnet Mission Klassenerhalt als Herkulesaufgabe / Svensson heißer Trainerkandidat

Heidel: „Ich bin nicht der Messias“

Archivartikel

Mainz.Bei seiner Rückkehr warnte der ehemalige Langzeit-Manager des FSV Mainz 05 vor zu großen Erwartungen. „Ich bin nicht der Heiland oder Messias“, sagte Christian Heidel bei seiner offiziellen Vorstellung am Dienstag als neuer Sportvorstand des vom Abstieg bedrohten Bundesliga-17. „Es gibt Fans, die denken: Mainz 05 gewinnt jetzt alle Fußball-Spiele. Diese Erwartungshaltung ist erdrückend.“ Nur sechs Punkte aus bisher 13 Spielen sei eine Herkulesaufgabe. Bewältigen will er sie mit dem einstigen Weggefährten und zum Sportdirektor bestellten Martin Schmidt.

Vordringliche Aufgabe des neuen, alten Führungsduos ist das Engagement eines Trainers. „Dies steht unter den Arbeitstitel ,Vorwärts zu den Wurzeln’: Wir wollen Neues machen, Impulse setzen und einen Cut schaffen“, sagte Schmidt. Von 2010 bis 2017 hatte er erst die zweite, dann die erste Mainzer Mannschaft trainiert. „Wir wollen dahin kommen, dass man einen Fußball hat, der die Leute begeistert – mit Ball jagen, Pressing, Tempo- und Umschaltfußball. Das sind hier die Wurzeln.“

In der kurzen Zeit über Weihnachten sei eine Verpflichtung aber nicht möglich gewesen. Namen kommentierte Schmidt nicht. Dass der frühere Mainzer Profi Bo Svensson gehandelt werde, sei „nicht so abwegig“, da der Däne im Club bekannt sei, betonte Schmidt. „Zu den Namen sagen wir nichts. Es ist lustig, was zum Teil angedacht ist für uns. Wir haben konkrete Ideen. Wir sind da intensiv dran.“ Favorit Svensson steht beim österreichischen Zweitligisten FC Liefering unter Vertrag.

Siewert gegen Bayern auf der Bank

Das Training in dieser Woche leitet nach der Ablösung von Jan-Moritz Lichte interimsweise noch Jan Siewert, Chefcoach des Nachwuchsleistungszentrums. Der 38-Jährige wird am Sonntag im Spiel beim Rekordmeister FC Bayern München auf der Bank sitzen. Lichte hatte den Chefposten nach nur drei Monaten wieder räumen müssen. Er hatte die Aufgabe nach einem Streik der Spieler übernommen, in dessen Folge Achim Beierlorzer sein Amt verlor.

Die Mainzer Chefetage ist überzeugt, mit der Rückholaktion von Heidel das Richtige in der größten Krise des Clubs seit dem Aufstieg in die Bundesliga 2004 getan zu haben. „Niemand verkörpert die Entwicklung des Vereins so wie er“, sagte Aufsichtsratschef Detlev Höhne über Heidel. Es sei „keine nostalgische Entscheidung, sondern eine für die Zukunft des Vereins“. Heidel war bis vor vier Jahren fast ein Vierteljahrhundert für die Mainzer tätig gewesen, führte sie mit in Liga eins und gilt als Entdecker der Trainer-Stars Jürgen Klopp und Thomas Tuchel.

Für Heidel ist die Rückkehr an den Bruchweg „ein Gefühl wie nach Hause kommen“. Es habe sich zwar viel verändert. „Aber es ist trotzdem mein Club geblieben“, sagte der 57-Jährige, der von 2016 bis 2019 für den FC Schalke als Sportvorstand gearbeitet hatte. Schmidt, zuletzt Trainer beim FC Augsburg, sprach von einer „Herzensmotivation“.

Die bis 2022 datierten Verträge von Heidel und Schmidt sind ebenso für die 2. Liga gültig. Auch der künftige Trainer soll langfristig gebunden werden. „Wir trauen uns zu, die Liga zu halten“, sagte Heidel und betonte zugleich: „Mainz 05 darf und wird nicht zusammenbrechen, wenn es in die zweite Liga geht.“ 

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