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Fußball U-21-Nationalspieler Robin Hack findet bei Zweitligist 1. FC Nürnberg zur Topform zurück

„Hoffenheim war ein richtiges Seuchenjahr“

Archivartikel

Nürnberg.Robin Hack zählt zu den Shootingstars der 2. Fußball-Bundesliga. Der Profi aus der Nähe von Pforzheim machte mit einem Hattrick in der EM-Qualifikation für die deutsche U-21-Nationalmannschaft Anfang Oktober auf sich aufmerksam. Nach seinen drei Toren beim 5:1-Sieg gegen Wales nutzte der 21-jährige Offensivspieler den Rückenwind, um in der 2. Liga für den 1. FC Nürnberg drei Treffer zu erzielen. Auf diesen Erfolgen will sich Robin Hack aber nicht ausruhen, wie er im Interview verrät.

Robin Hack, der Hattrick beim U-21-Länderspiel gegen Wales hat Sie über Nacht in Deutschland berühmt gemacht. Wie sehr begleiten Sie die drei Tore noch?

Robin Hack: Ich denke, der Hattrick wird bei mir immer im Hinterkopf bleiben. Es war ein Erlebnis, was ich nicht so schnell vergessen werde. Aber es geht weiter, ich kann mich darauf nicht ausruhen.

Wie wichtig sind Ihnen Erfolge mit der U 21?

Hack: Extrem wichtig. Es zählt für mich beides, Nationalmannschaft und 2. Bundesliga. Es macht Spaß bei der U21 zu sein. Viele der Jungs kenne ich noch von früher, ich habe mit ihnen viele U-Nationalmannschaften durchlaufen. Wenn man Spaß hat am Fußball, dann kommt er Erfolg von ganz alleine.

Hat sich für Sie seit Ihrer Rückkehr aus Wales in Nürnberg etwas geändert?

Hack: Ich wurde schon hier und da gelobt und den ein oder anderen Spruch musste ich mir von den Mitspielern anhören. Aber es war ein schönes Gefühl. Ansonsten ist der Ablauf genauso wie davor, bis auf, dass der ein oder andere Medienvertreter auf mich zu kam.

Kam der Erfolg in der U-21- Nationalmannschaft, weil es in Nürnberg gut läuft oder ist es umgekehrt?

Hack: Es hängt beides miteinander zusammen, aber zum Großteil liegt es an Nürnberg. Ich habe letzte Saison in Hoffenheim sehr wenig gespielt, war sehr viel verletzt. Das war ein richtiges Seuchenjahr. Jetzt in Nürnberg kam ich endlich wieder ins Spielen und habe mich durch gute Leistungen für die Nationalmannschaft empfohlen. Der Dreierpack und insgesamt die zwei guten Länderspiele (gegen Griechenland und Wales, Anm. d. Red.) haben mir gutgetan – und so ging es dann auch in Nürnberg weiter. Direkt im Anschluss an den Länderspiel-Hattrick habe ich gegen Darmstadt zweimal getroffen. Das hat mir einen kleinen Schub gegeben. Aber ich muss jetzt dran bleiben und weiter Gas geben, dann kommt der Erfolg von alleine.

Sie haben vor der Saison bei der TSG 1899 Hoffenheim gespielt, waren für diese dort auch schon in der U 19 und U 17 am Ball – war es eine schwere Entscheidung für Sie den Verein Richtung Nürnberg zu verlassen?

Hack: Nein, weil Nürnberg ein super Verein ist. Ich habe zwar viele Jahre in Hoffenheim verbracht und dem Verein auch viel zu verdanken – vor allem den Sprung zu den Profis –, aber ich hatte das Gefühl, dass ich was Neues brauche und da war Nürnberg der richtige Anlaufpunkt.

Woran liegt es, dass es in Nürnberg jetzt besser läuft?

Hack: Ich denke, der Hauptgrund ist, dass ich mehr spiele und dass ich fit bin. Aber es liegt vielleicht auch daran, dass ich an meiner Einstellung etwas verändert habe, mehr an mir arbeite. Durch die viele Spielzeit muss ich mich mehr um meinen Körper kümmern und mehr auf meinen Körper hören.

Am 17. November spielt die deutsche U 21 in Freiburg gegen Belgien. Ist das für Sie durch die Nähe zur Heimat ein besonderes Spiel?

Hack: Auf jeden Fall. Freiburg ist für mich sowieso etwas Besonderes, weil ich dort mein Bundesliga-Debüt hatte und auch direkt getroffen habe (am 1. Oktober 2017 erzielte Robin Hack das 1:0 für Hoffenheim, verlor aber gegen den FC Freiburg am Ende mit 2:3, Anm. d. Red.).

Der FC Nürnberg ist derzeit Sechster in der 2. Liga. Was ist in dieser Saison drin?

Hack: Das ist schwer zu sagen. Die Saison ist zwar nicht mehr ganz frisch, aber es ist trotzdem noch früh in der Runde. Wir schauen von Spiel zu Spiel. Am Anfang war es für mich schwer, es war vieles neu – auch für viele andere. Wir mussten uns erstmal finden. Langsam merkt man aber, wie viel Qualität die Mannschaft hat, dass gewisse Spielabläufe langsam ins Spiel kommen und wir auch als Team harmonieren. Wir werden sehen, was dabei herauskommt.

Und Sie persönlich, welche Ziele verfolgen Sie, auch langfristig gesehen?

Hack: Meine großen Ziele waren schon immer A-Nationalspieler zu werden und in der Champions League standhaft zu spielen.

Die Autorin dieses Interviews, Anna Wittmershaus, ist Sportredakteurin bei der „Pforzheimer Zeitung“, die Mitglied der „G14plus“ ist: Eine bundesweite, lose Kooperation von Sportredaktionen, die gegenseitig Beiträge austauschen. Auch diese Zeitung gehört zur „G14plus“.