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Fußball-Kreisoberliga Christian Schmitt macht beim TV Lampertheim den nächsten Schritt als Trainer und blickt der neuen Saison optimistisch entgegen

„Ich habe lange darauf hingearbeitet“

Archivartikel

Lampertheim.Die Lösung zeichnete sich schon seit vielen Monaten ab: Trainer Christian Schmitt, seit Jahren für die schlagkräftige Jugend des Fußball-Kreisoberligisten TV Lampertheim verantwortlich, rückt gemeinsam mit seinen A-Junioren in den Seniorenbereich hoch. Eine passende Gelegenheit, sich mit ihm über das Entwicklungspotenzial von Verein und Spielern zu unterhalten. Und wie sich seine Fußballer auf eine Runde 2020/21 vorbereiten, deren Start Mitte September noch keineswegs sicher ist.

Herr Schmitt, Sie haben im Nachwuchsbereich des TV Lampertheim erfolgreich gearbeitet, zudem die zweite Mannschaft betreut und auch das Traineramt einer Flüchtlingsmannschaft wahrgenommen. Kommt für Sie die Ernennung zum Erstmannschaftstrainer einem Ritterschlag gleich?

Christian Schmitt: Ich fühle mich zumindest geehrt. Aber ich habe auch lange darauf hingearbeitet. Deswegen ist es keineswegs ein Zufallsprodukt, dass ich jetzt Trainer der ersten Mannschaft bin.

Hat Ihnen der bisherige Trainer Rudi Kecskemeti die Akte „Erste Seniorenmannschaft TV Lampertheim“ gut sortiert und ordnungsgemäß übergeben?

Schmitt (lacht): Ein richtiger Übergabe-Termin fand nicht statt. Doch wir standen bereits in der vergangenen Saison im regen Austausch. Einige Jugendspieler wurden in die erste Mannschaft hochgezogen. Da wollte Rudi wissen, wie sie am besten einzusetzen sind. Außerdem habe ich ja fast immer bei den Spielen zugeschaut und beobachtet, wie er die Mannschaft einstellt, das Spiel analysiert und welche Kommandos er gibt. Ich konnte mir einiges von ihm abschauen.

Es war aber auch nicht zu übersehen, dass die spielstarke Lampertheimer Mannschaft manchmal mit angezogener Handbremse auftrat und trotz bester Voraussetzungen den Aufstieg in die Gruppenliga letztlich nicht anstrebte. Ist den Verantwortlichen des Vereins nicht das Herz in die Hose gerutscht, als die zum „Corona-Meister“ erkorene SG Unter-Abtsteinach II auf den Aufstieg verzichtete und Lampertheim plötzlich an der Reihe gewesen wäre?

Schmitt: Durch diese Konstellation haben sich unsere Verantwortlichen doch nicht aus der Ruhe bringen lassen. Sie haben rechtzeitig Kreisfußballwart Reiner Held kontaktiert und ihm mitgeteilt, dass auch wir nicht aufsteigen wollen. So haben wir gerne dem FC Fürth zum Wiederaufstieg in die Gruppenliga Darmstadt gratuliert.

So positiv es auch ist, dass viele bisherige A-Junioren in die erste Mannschaft hochrücken, so muss es ihrem Verein aber auch weh tun, dass Routiniers wie Daniel Willhardt (VfR Fehlheim) und Rene Salzmann (FSG Riedrode) den Verein verlassen.

Schmitt: Beide haben uns rechtzeitig mitgeteilt, dass sie neue sportliche Herausforderungen suchen. Daniel Willhardt beispielsweise hat sich der Mannschaft seines alten Alsbacher Trainers Sascha Huy angeschlossen. Das muss ich genauso akzeptieren wie den Weggang der beiden Nachwuchshoffnungen Nico Jäger und Tim Gärtner, die sich wohl unserem Ligakonkurrenten TSV Auerbach anschließen werden. Außerdem verlässt uns Torwart Peter Hecher in Richtung Olympia Lampertheim. Wir hätten sie alle noch gut gebrauchen können.

Von den 13 Spielern, die aus der A-Jugend kommen, sind immerhin neun für den Kader der ersten Mannschaft eingeplant. Ist das TVL-Aufgebot damit nicht zu unerfahren?

Schmitt: Das denke ich nicht. Routiniers wie Robert Meier, Mathis Frerking, Manuel Betzga und Timo Rodovsky werden ja noch weiterhin für den TV Lampertheim spielen. Und da uns zudem die Zugänge Maximilian Busch, Philipp Menges, Daniel Hartmann (alle SG Hüttenfeld), Bartu Aldimazoglu (Olympia Lorsch und Mirco Wegerle verstärken werden, sehe ich der neuen Saison optimistisch entgegen.

Der Kampf um den Klassenerhalt wird Ihrer Elf aber womöglich nicht erspart bleiben?

Schmitt: Absolut. Am Erreichen des Klassenerhalts werden wir uns auch messen lassen müssen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die neue Mannschaft aber mehr und mehr zusammenwachsen, so dass ihr für die Zukunft nicht bange sein braucht. Sorgen gibt es höchstens in qualitativer Hinsicht. Was die Quantität anbelangt hingegen nicht, denn mir stehen mindestens 20 Akteure für die erste Mannschaft zur Verfügung.

Das Corona-Virus ist derzeit allgegenwärtig. Wie gehen Sie und Ihre Fußballer damit um?

Schmitt: Ich habe zu mehreren Zoom-Meetings eingeladen. Bei diesen Videokonferenzen habe ich zahlreiche Übungen vorgemacht. Meine Jungs haben das sehr gut aufgenommen. In den vergangenen Wochen haben wir auch immer wieder im Sportzentrum Ost trainiert. Manchmal nur mit der alten A-Jugend, manchmal auch mit der neuen Seniorenmannschaft. Die Übungen mit Körperkontakt haben wir allerdings weggelassen und in die Kabinen sind wir auch nicht gegangen. Streng nach den Corona-Richtlinien, die der TV Lampertheim in vorbildlicher Weise erarbeitet hat. hias

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