Fußball

Fußball Augsburgs Alfred Finnbogason hat sechs Tore in fünf Spielen erzielt – am Samstag will er in Hoffenheim nachlegen

„Instinkt kann man nicht trainieren“

Augsburg.Die Bilanz von Alfred Finnbogason ist beeindruckend. In gerade einmal fünf Bundesligaeinsätzen hat der Mann aus Reykjavík in Diensten des Fußball-Bundesligisten FC Augsburg schon sechs Treffer erzielt. Finnbogason sei „eiskalt vor dem Tor“, bescheinigte ihm jüngst FCA-Manager Stefan Reuter.

Diese Eiseskälte kann der lange verletzte isländische Nationalspieler erst seit wenigen Wochen wieder zeigen. Für Finnbogason begann die Saison so richtig am sechsten Spieltag, als er gegen den SC Freiburg sein Comeback feierte und gleich dreimal traf. „Das ist Wahnsinn“, sagte der Angreifer nach seiner traumhaften Rückkehr. „Ich muss jetzt mehr Tore machen – jedes Spiel, weil ich die ersten fünf Spiele nicht spielen konnte.“

So wie Tore zu Finnbogason gehören, verhält es sich auch mit Verletzungen. Seitdem ihn der FCA im Februar 2016 geholt hat, wurde er immer wieder ausgebremst: Schambeinentzündung, Wadenverletzung und zuletzt eine entzündete Kniesehne. „Jetzt ist es hoffentlich vorbei“, sagte der 29-Jährige zu seiner dicken Krankenakte. Sein verspäteter Start in diese Saison hat auch mit der WM in Russland zu tun. Denn die Kniebeschwerden hatte Finnbogason schon zum Ende der vergangenen Spielzeit. Die erste WM mit Island wollte er sich aber natürlich nicht nehmen lassen.

„Ich hätte die WM auch auf Krücken gespielt“, räumte Finnbogason ein und schrieb gleich Geschichte. Denn sein Treffer zum 1:1 gegen Argentinien in der Vorrunde war das erste WM-Tor für die Isländer.

In Augsburg geben sie ihrem Führungsspieler Zeit, um sich nach Verletzungen auszukurieren. Zeit, sich wieder athletisch auf ein hohes Niveau zu bringen. Denn ohne Finnbogason fehlt den Fuggerstädtern „extrem“ viel, wie es Trainer Manuel Baum einmal ausdrückte. Nicht zuletzt die Cleverness. „Alfred ist ein sehr intelligenter Spieler.“

Für Linksverteidiger Philipp Max ist Finnbogason „immer da, wo es gefährlich ist“. Zu begutachten war das zuletzt beim 2:2 gegen den 1. FC Nürnberg, als der Isländer mal wieder goldrichtig stand und einen Querpass von Jonathan Schmid zur Führung einschob.

„Instinkt kann man nicht trainieren, das ist angeboren, aber man kann an seinem Stellungsspiel arbeiten. Ich trainiere immer und immer wieder an bestimmten Abläufen“, sagte Finnbogason im Stadionmagazin der Augsburger über den Feinschliff an seinen Fähigkeiten. „Aber generell war es schon immer so: Überall dort, wo ich mich wohlgefühlt habe, habe ich auch getroffen.“

Noch bis zum Sommer 2020 läuft sein Vertrag beim FCA. Ein Angebot müsse schon „unmoralisch“ sein, hatte Reuter einmal über Offerten für die Augsburger Topspieler gesagt. Und Alfred Finnbogason gehört natürlich genau in diese Kategorie. dpa