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Fußball Schalke 04 ermittelt nach den Rassismus-Vorfällen weiter / DFB-Sportgericht spricht Trainer David Wagner frei

Intensive Suche vor Block S5

Gelsenkirchen.Das kommende Spiel gegen den SC Paderborn interessierte nur am Rande. Auch drei Tage nach den Vorwürfen von Hertha-Profi Jordan Torunarigha, während des Pokal-Achtelfinales bei Schalke 04 von Zuschauern rassistisch beleidigt worden zu sein, steht beim Revierclub die Aufarbeitung des Vorfalls im Mittelpunkt. Aus seiner anhaltenden Empörung machte Fußball-Lehrer David Wagner keinen Hehl und richtete einen Appell an die Fans. „Wenn so etwas noch einmal passiert, kann ich nur dazu aufzurufen, Zivilcourage zu zeigen. Damit solche Trottel nicht mehr in unserem Stadion sind.“

Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an einer Aufklärung. So leitete Hertha BSC am Freitag rechtliche Schritte ein. Der Spieler stelle „mit Unterstützung des Vereins Strafanzeige gegen Unbekannt“, teilte der Club mit. Und auch der FC Schalke intensivierte nach dem Hinweis der Berliner, dass sich der Vorfall in der 84. Minute vor der Schalker Südkurve rund um den Block S5 ereignet haben soll, die Suche nach den Übeltätern.

Zu seiner Erleichterung kann Wagner in der kommenden Pokalrunde wieder auf der Trainerbank sitzen. Denn die Rote Karte im Pokalspiel gegen Hertha blieb für ihn ohne Konsequenzen. Wie der DFB mitteilte, wird das Verfahren eingestellt. „David Wagner ist kein unsportliches Verhalten vorzuwerfen. Sein Verhalten gegenüber dem unmittelbar zuvor gefoulten und erregten Spieler Jordan Torunarigha war vielmehr von Hilfestellung und beruhigender Fürsorge geprägt. Das hat der Hertha-Spieler auch bestätigt“, sagte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts.

Nach einem Foul von Schalkes Omar Mascarell nahe der Seitenlinie war Torunarigha in den Schalke-Coach gerutscht und hatte wütend eine Getränkekiste auf den Boden geworfen. Wagner hatte dem ehemaligen deutschen Junioren-Nationalspieler mit nigerianischen Wurzeln daraufhin beim Aufstehen geholfen. „Schalkes Trainer hat weder eine Tätlichkeit begangen, noch das Spiel schuldhaft verzögert. Die Rote Karte beruht auf einem offensichtlichen Interpretationsirrtum des Schiedsrichters“, stellte Lorenz klar.

Höwedes bezieht Stellung

Fußballprofi Benedikt Höwedes hat sich unterdessen für eine entschiedenere Haltung gegen Rassismus in Deutschland ausgesprochen. „Was für ein Zeichen schickt Deutschland in die Welt, wenn eine Landesregierung mithilfe von Rechtspopulisten ins Amt kommt?“, fragte der 31-Jährige in seiner Kolumne auf dem Nachrichtenportal „t-online.de“ mit Blick auf den Ausgang der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen.

Wie solle man in Zukunft den Fans und den Kindern erklären, dass Rassismus und Hass im Stadion ein No-Go seien, während er in Teilen des Landes immer salonfähiger werde, schrieb der Verteidiger von Lokomotive Moskau. „Fans, die neben dir die Affenlaute machen, zu Rede stellen“, forderte er, und „immer hellwach sein“. Nur so könne der Fußball seine Kraft nutzen. dpa

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