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Fußball Rico Fotis sieht satzungswidriges Vorgehen

Kandidatur verhindert: Kreistag mit Nachspiel

Archivartikel

Mannheim.Der Kreistag des Mannheimer Fußball-Kreises war Mitte September scheinbar glatt über die Bühne gegangen. Der bisherige Kreisvorstand wurde von den anwesenden Vereinen einstimmig im Amt bestätigt. Alles gut also? Nein, sagt Rico Fotis von der Initiative #neuanfangbfv2020, der sich an diesem Tag kurzerhand für eine Kandidatur entschieden hatte. Die Möglichkeit einer Kampfabstimmung wurde zunächst aber gar nicht eingeräumt.

„Der Leiter der Wahlkommission Andreas Pitz hatte gegenüber der Versammlung erklärt, dass der Vorschlag ungültig sei, da die Satzung des bfv ausdrücklich vorschreibe, dass ausschließlich stimmberechtigte Delegierte des Kreistags ein Vorschlagsrecht auf Kreisebene hätten“, sagt Fotis, der zwar Mitglied eines Vereins im Mannheimer Fußballkreis ist, jedoch „nur“ als Gast in der Heddesheimer Nordbadenhalle anwesend war.

Dennoch sieht er das Vorgehen als satzungswidrig an. „In meinen Augen hat es Verfahrensfehler gegeben“, sagt Fotis. Er hat nach dem Kreistag eine Stellungnahme an den Verbandsvorstand und später einen Widerspruch per Einschreibebrief an das bfv-Präsidium und den Ehrenrat geschickt. „Als Antwort hieß es jeweils, dass von Verbandsseite alles geprüft und aus deren Sicht alles rechtens abgelaufen sei und am Kreistag nur Delegierte Stimm- und Vorschlagsrecht besitzen“, erklärt Fotis, der sich als Mitglied eines bfv-Vereins ebenfalls als vorschlagsberechtigt angesehen hatte und sich damit nicht zufriedengeben wollte.

Vom Einschalten eines Rechtsbeistandes wurde zwischenzeitlich aufgrund der erwartet hohen Kosten zwar Abstand genommen, allerdings hat Fotis bereits eine andere Stelle in die Pflicht genommen. „Ich habe Widerspruch am Registergericht Mannheim eingereicht, die Angelegenheit liegt derzeit beim Rechtspfleger zur Prüfung vor“, erklärt Fotis, der täglich mit einer Rückmeldung rechnet.

Pitz verteidigt Entscheidung

Andreas Pitz, amtierender Vorsitzender des bfv-Verbandsgerichts, unterstreicht im Gespräch mit dieser Redaktion hingegen die ordnungsgemäße Durchführung des Kreistags. „Zu Kreistagen des Badischen Fußballverbandes entsenden die Vereine ihre Vertreter, welche die jeweiligen Vorsitzenden oder entsprechend bevollmächtigte Vertreter sind. Diese üben sämtliche der einem Verein zustehenden Mitgliedsrechte aus, zum Beispiel Teilnahme an Abstimmungen, Rederecht und demfolgend auch das Vorschlagsrecht. Daraus ergibt sich, dass einem Gast, auch wenn er Mitglied eines bfv-Vereines ist, keine Mitgliedsrechte zustehen und er demnach weder über ein Rede- noch über ein Vorschlagsrecht verfügt.“

Darüber hinaus betont Pitz, dass den Vereinen auf dem Kreistag davon abgesehen die Möglichkeit eingeräumt worden sei, den Kandidaten Rico Fotis vorzuschlagen, was nicht erfolgt sei. Dieser wiederum bemängelt, dass er davor keine Gelegenheit erhielt, sich der Versammlung überhaupt vorzustellen. 

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