Fußball

Spiel der Woche Schiedsrichter-Mangel sorgt für die kurzfristige Absage des Kreisoberligaderbys TVL gegen FCA

„Kein neues Problem“

Archivartikel

Lampertheim.Der TV Lampertheim und der FC Alemannia Groß-Rohrheim hatten sich am Sonntag schon auf das Riedderby in der Kreisoberliga Bergstraße gefreut, doch kurz nach 10 Uhr war klar, dass der Ball im Sportzentrum Ost nicht rollen würde. „Gegen 10.13 Uhr hat mich unser Fußballabteilungsleiter Jürgen Hofmann angerufen und mitgeteilt, dass die Partie abgesagt wurde, weil kein Schiedsrichter zur Verfügung steht. In Coronazeiten denkt man bezüglich einer Spielabsage ja an andere Gründe, insofern hat mich das schon sehr überrascht“, erklärte TVL-Trainer Christian Schmitt.

„Unseren Verantwortlichen ist natürlich aufgefallen, dass am Samstag immer noch kein Schiedsrichter der Begegnung zugeteilt war und sie haben Kontakt zum Kreisschiedsrichterobmann und zum Klassenleiter aufgenommen“, berichtet Schmitt, dass die Hoffnung darin bestand, dass an anderer Stelle ein höherklassiges Spiel abgesagt werden muss und damit kurzfristig ein Schiedsrichter hätte einspringen können.

Neulingskurs abgeblasen

„Einfach einen Schiedsrichter aus einer unteren Liga abzuziehen das geht nicht, schließlich muss ein Schiedsrichter für die Kreisoberliga auch die entsprechende Qualifikation haben“, erläutert Kreisschiedsrichterobmann Karlheinz Dörsam, dass die Dinge bei weitem nicht so einfach sind. „Dass wir zu wenige Schiedsrichter haben, ist ja kein neues Problem, da sind eben auch die Vereine gefragt. Für den letzten Schiedsrichterneulingslehrgang im Fußballkreis Bergstraße hatten sich sechs Bewerber gemeldet und er fand nicht statt. Früher gab es dafür mal 30 Bewerber“, sieht Dörsam nicht nur im Fußballkreis Bergstraße, sondern in der gesamten Region Darmstadt den Mangel an Unparteiischen weiter auf dem Vormarsch.

„Das Spiel in Lampertheim hätte am Sonntag ein Schiedsrichter aus dem Austauschkreis Groß-Gerau pfeifen sollen, aber sie hatten keinen mehr. Und wir vom Fußballkreis Bergstraße konnten auch niemanden aufbieten, wir konnten selbst keinen Schiedsrichter zum Spiel SKG Bickenbach gegen den SV Hellas Rüsselsheim in der Kreisoberliga Darmstadt/Groß-Gerau entsenden“, konnte Dörsam auch drei Bergsträßer D-Liga-Spiele nicht mit einem Unparteiischen versorgen. In zwei Fällen behalfen sich die Mannschaften selbst, die zweite Mannschaft des FC Alemannia Groß-Rohrheim war aber ebenfalls betroffen, denn die D-Liga-Auswärtspartie gegen die SSG Einhausen II wurde mangels Unparteiischem ebenfalls abgesagt.

Verschärfung durch Corona

„Durch die Corona-Pandemie wurde die Situation bei den Schiedsrichtern noch verschärft, schließlich gibt es in jedem Fußballkreis der Region Darmstadt Schiedsrichter, die wegen Corona keine Spiele pfeifen möchten und jetzt stehen auch noch die Herbstferien vor der Tür, wo einige in Urlaub fahren“, sieht Dörsam große Probleme auf die Ligen zukommen.

„Am vergangenen Wochenende hatte uns schon gerettet, dass in Verbands- und Gruppenliga Spiele ausgefallen sind und wir dann die Gespanne als einzelne Schiedsrichter auf Spiele verteilen konnten. Als Schiedsrichtereinteiler hängt man von Mittwoch bis Sonntag am Telefon“, sieht Dörsam nur zwei Möglichkeiten, diese Situation zu verbessern. „Entweder müssen die Vereine dafür sorgen, dass es mehr Schiedsrichter gibt oder es muss eben statt am Sonntag auch Spiele am Samstag oder einem anderen Tag geben“, könnte dann das Schiedsrichterkontigent besser verteilt werden.

„Wenn man am Sonntag drei Stunden vor dem Treffpunkt mit der Mannschaft erfährt, dass das Spiel abgesagt ist, denkt man jetzt ja erst mal an Corona. Wir hätten gerne gespielt, aber man sieht, wie wichtig der Schiedsrichter ist“, nutzte Alemannia-Coach Alexander Merlau-Behrendt den Sonntag stattdessen, um die kommenden Gegner in der Kreisoberliga Bergstraße, die SSG Einhausen und Olympia Lorsch zu beobachten.

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