Fußball

Fußball Sprüchefeuerwerk bei Watzkes Buchvorstellung

Klopp in Bestform

Dortmund.Zumindest für 75 Minuten war die schwarzgelbe Fußball-Welt wieder in Ordnung. Schon als Jürgen Klopp  mit einem breiten Lächeln die Bühne betrat, gab es tosenden Applaus. Als prominenter Gast der Buchvorstellung von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der in seiner Biografie „Echte Liebe“ Einblicke in sein Leben gewährt, stahl der derzeitige Trainer des FC Liverpool allen Beteiligten die Show. „Drei Leute auf der Bühne haben ein Buch in der Hand – und ich ein Bier“, scherzte der in Dortmund noch immer verehrte Ex-BVB-Coach gleich zu Beginn des nostalgischen Abends mit 400 Besuchern.

Im Beisein von Watzke, Autor Michael Horeni und Moderator Alexander Bommes sorgte der mit einer Cessna 510 eingeflogene FIFA-Trainer des Jahres für die meisten Lacher. Denn seine Zeit beim Revierclub von 2008 bis 2015 spielte beim Streifzug durch die Vereinsgeschichte eine große Rolle. „So ein Verhältnis, wie ich es mit Jürgen über sieben Jahre hatte, hat es vorher nicht gegeben. Und so ein Verhältnis wird es wahrscheinlich auch nie wieder geben. Das war schon fast ein Unikat“, schwärmte Watzke.

Auf die Frage, wer beim Lesen des Buches mehr Wehmut empfindet, antwortete der BVB-Boss: „Auf jeden Fall ich. Jürgen macht es sich einfach und haut einfach ab. Und lässt mich hier mit dem ganzen Scheiß allein.“

Gescheiterter Rückholversuch

Nicht minder deutlich war das Raunen im Publikum, als der 60 Jahre alte Watzke im Dortmunder Stadion über seinen gescheiterten Versuch plauderte, Klopp noch vor der Verpflichtung von Lucien Favre zum BVB zurückzuholen: „Da standen wir vor der Frage, was machen wir. Wenn wir jetzt was machen und der Jürgen sagt in vier Wochen im Interview, mich hat keiner gefragt, dann bist du entlassen. Ich hätte mir nicht verziehen, ihn in diesem Moment nicht wenigstens gefragt zu haben.“

In einer Zeit, in dem es beim BVB weniger gut läuft, sorgen solche Aussagen für Diskussionen – genau wie der Zeitpunkt der Buchveröffentlichung. „Der BVB ist derzeit Achter. Das ist es nicht so cool, wenn der ehemalige Trainer kommt und alles ist Friede, Freude, Eierkuchen“, räumte Klopp ein, warnte jedoch vor übertriebenen Interpretationen: „Man muss doch über eine Zeit sprechen können, die extrem großartig war.“ In ähnlicher Manier reagierte Watzke auf die Kritik.