Fußball

Fußball Bayern-Coach fehlt es an Respekt gegenüber Trainern

Kovac klagt über Hysterie

Archivartikel

München.Der Platz auf dem Podium wurde für Niko Kovac mal wieder zum heißen Stuhl. Und bei der Verteidigung in eigener Sache beklagte der Double-Gewinner des FC Bayern München während seiner Pressekonferenz zum Bundesliga-Heimspiel gegen Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr) einen zunehmend respektlosen Umgang mit den Trainern und die wachsende Hysterie im Fußballgeschäft. Erst der 9. Spieltag stehe an – und an vielen Schauplätzen brenne es.

Als prominentestes Beispiel nannte der Kroate dabei den Kollegen Lucien Favre bei Titelkonkurrent Borussia Dortmund. Der Schweizer liege mit 15 Punkten gleichauf auf Platz vier und habe gerade in der Champions League bei Inter Mailand verloren – „und alles ist schlecht“. Sogar Namen möglicher Nachfolger würden gehandelt.

Kovac ist diese (mediale) Entwicklung zuwider. „Dass es so schnell auf die Trainer losgeht, ist keine gute Tendenz“, beklagte der 48-Jährige. Er selbst durchlebt in München gerade seinen zweiten unruhigen Herbst. Das wacklige 3:2 in der Champions League bei Olympiakos Piräus war nicht dazu angetan, die Situation nach zuvor zwei sieglosen Ligapartien zu beruhigen.

„Einfach kann jeder“, konterte Kovac trotzig. Er fühlt sich im zweiten Bayern-Jahr krisenerprobt. „Die Erfahrung letztes Jahr war schon sehr hilfreich“, bestätigte der Trainer, der die eigene Lage noch entspannt einordnet: „Ich bin mit meinen Chefs in Kontakt. Ich glaube, dass der Sturm eher von draußen hereingeweht wird.“ dpa