Fußball

Fußball Rheinländer fangen sich bei der Suche nach Nachfolger für Achim Beierlorzer eine Absage des Top-Kandidaten ein

Labbadia hat keine Lust auf den 1. FC Köln

Köln.Pünktlich zum Beginn der Karnevalssession am „Elften im Elften“ geht es beim 1. FC Köln hoch her. Nach der Trennung von Trainer Achim Beierlorzer und dem Abschied von Sportchef Armin Veh steht der rheinische Bundesligist vor dem nächsten Neuanfang – und vor einer äußerst schwierigen Suche nach geeignetem Führungspersonal. Am Montag, wenn ganz Köln um 11.11 Uhr „Alaaf“ brüllt, werden zunächst die bisherigen Assistenten André Pawlak und Manfred Schmidt das FC-Training leiten. Und dann?

„Die Prozesse laufen parallel. Eine Idealvorstellung ist sicher, dass man erst einen Sportvorstand einstellt, der dann in die Trainersuche eingebunden ist“, sagte der kommissarische Veh-Nachfolger Frank Aehlig. Man sei aber bei der Suche noch ganz am Anfang. „Wir müssen uns am Markt, der Verfügbarkeit und der Bereitschaft orientieren.“

Der favorisierte Bruno Labbadia hat bereits abgewunken. „Wir haben bei Bruno angefragt, ob er für ein Gespräch zur Verfügung steht. Er hat abgelehnt. Ich hätte mir das gut vorstellen können“, sagte Aehlig. Labbadia und der 1. FC Köln: Das hätte gepasst. Der gebürtige Darmstädter hat eine Kölner Vergangenheit. Der ehemalige Mittelstürmer war von 1994 bis 1996 Spieler des FC und Kapitän der Mannschaft. Auch die Spur zu Roger Schmidt, der zuletzt den chinesischen Erstligisten Beijing Guoan trainierte, scheint kalt.

Am Freitagabend kurz nach dem 1:2 gegen Hoffenheim hatte der FC zunächst die Trennung von Veh verkündet. Dass der Tabellen-Vorletzte tags darauf Trainer Beierlorzer den Stuhl vor die Tür setzte, war keine Überraschung mehr.

Die Pokal-Blamage in Saarbrücken, die Derby-Niederlage in Düsseldorf und der bittere Last-Minute-Knockout gegen Hoffenheim hatten den Club zum Radikalschnitt veranlasst. „Ich bedauere es, dass wir uns zu diesem Schritt gezwungen sehen. Jedoch ist der erhoffte sportliche Erfolg bisher ausgeblieben und es ist unsere Aufgabe, alles dafür zu tun, dass der FC seine Ziele erreicht“, sagte Aehlig am Samstag.

Korkut und Dardai im Gespräch

Klar ist, dass der neue Trainer Erfahrung im Abstiegskampf mitbringen muss. So nannte der „Express“ am Sonntag Tayfun Korkut, der bis 2018 beim VfB Stuttgart arbeitete, und den Ex-Berliner Pal Dardai als denkbare Kandidaten. Bisher ist alles Spekulation. Aehlig sucht jemanden, der „mit unserem Team einen Neustart und die sportliche Wende schafft“.

Am Freitag und Samstag hatten sich alle Beteiligten intensiv beraten. Auch Kapitän Jonas Hector war stellvertretend für das Team zur Trainer-Frage angehört worden. Vorstand, Geschäftsführung und die zuständigen Gremien trafen danach die Entscheidung gegen Beierlorzer. Der Coach sagte in einer Vereinsmitteilung: „Ich bedauere, dass ich den FC in diesen vier Monaten nicht zum gewünschten sportlichen Erfolg führen konnte.“

Veh hatte bereits Ende Oktober seinen Abschied zum Saisonende verkündet. Die tiefe Kölner Krise beschleunigte seinen Abgang. „In unserer derzeitigen Situation, in der der 1. FC Köln wichtige Entscheidungen auch für die Zukunft treffen muss, ist es aus meiner Sicht konsequent, dass wir die Zusammenarbeit kurzfristig beenden“, erklärte Veh zur schon vor der Partie gegen Hoffenheim beschlossenen Trennung, die erst danach verkündet worden war. dpa