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Fußball Interimstrainer Lichte fehlen etliche Nationalspieler, obwohl es nach dem nächsten Rückschlag gegen Union Berlin einiges aufzuarbeiten gibt

Länderspielpause kommt für Mainz zur Unzeit

Archivartikel

Mainz.Eine schlaflose Nacht hatte Jan-Moritz Lichte nach dem völlig misslungenen Neustart mit dem FSV Mainz 05 nicht. Doch die Enttäuschung über die 0:4-Pleite beim 1. FC Union Berlin war dem Trainer-Nachfolger des beurlaubten Achim Beierlorzer auch am Tag danach noch anzumerken. „Ich bin in der Kabine teilweise sehr laut geworden“, berichtete der 40-Jährige am Samstag.

Der Auftritt in Berlin verdeutlichte: Lichte steht in Mainz vor einer schwierigen Mission. Mit null Punkten und 2:11 Toren gehen die Rheinhessen als Tabellenvorletzter der Fußball-Bundesliga in die Länderspielpause, die für die 05er zur Unzeit kommt. Denn Lichte, der das Training nach der Trennung von Beierlorzer vorerst interimsmäßig übernommen hat, muss in den nächsten zehn Tagen auf etliche Nationalspieler aus aller Welt verzichten. Weil einige davon zudem in Corona-Krisengebieten unterwegs sind, hofft der neue Hoffnungsträger an der Seitenlinie zumindest auf eine gesunde Rückkehr seiner Akteure. Denn Ausfälle kann sich der selbst ernannte Karnevalsverein, dem der Spaß momentan abhanden gekommen ist, nicht leisten. „Ich gehe davon aus, dass die Spieler und Verbände mit der Situation verantwortungsvoll umgehen“, lautete der Appell des 05-Trainers.

Angesichts der sportlichen Krise und des ambitionierten Programms nach der Länderspielpause mit den beiden Heimspielen gegen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach fordert Sportvorstand Rouven Schröder eine kritische Aufarbeitung der bisher enttäuschenden Leistungen. „Es gibt keine Alibis mehr. Wir müssen schonungslos mit uns umgehen“, sagte Schröder.

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Wie schon gegen Stuttgart (1:4) war die Mannschaft am Freitagabend in Berlin nicht in der Lage, auf neue Spielsituationen angemessen zu reagieren. „Es ist ganz wichtig, nicht den Kopf zu verlieren, wenn Dinge passieren, die in den Abläufen nicht vorgesehen sind. Wir neigen dazu, dann hektisch zu werden“, stellte Lichte fest und mutmaßte: „Vielleicht haben wir den Spielern in der Woche zu viel Input gegeben.“

Hinzu kommt ein anderes Manko, das sich wie ein Roter Faden durch alle bisherigen Saison-Auftritte zieht und von Schröder deutlich benannt wurde: „Wir machen individuell viel zu viele Fehler. So kannst du kein Bundesligaspiel gewinnen.“

Lichte will daher zunächst verstärkt am Defensivverhalten arbeiten. Und vielleicht bekommt er auf den letzten Drücker auch noch personelle Verstärkung. „Wir sind dran und schauen, ob noch etwas machbar ist“, sagte er, ohne eine konkrete Position zu nennen. Die wegen der Corona-Krise verlängerte Wechselperiode endet am Montag. Unabhängig vom Erfolg auf dem Transfermarkt gab Schröder die Marschroute für die kommenden Wochen aus: „Wir müssen uns ganz klar steigern.“ dpa

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