Fußball

Fußball Bundesliga-Dritter gewinnt beim Hamburger SV mit 3:1

Leipzig im Pokalfinale

Archivartikel

Hamburg.RB Leipzig hat passend zum zehnjährigen Club-Jubiläum erstmals ein großes Endspiel erreicht. Mit einiger Mühe und auch dank eines Eigentors setzte sich der Fußball-Bundesligist am Dienstagabend beim kampfstarken Zweitligisten Hamburger SV verdient mit 3:1 (1:1) durch und zog in das DFB-Pokal-Finale am 25. Mai in Berlin ein. Dort treffen die Sachsen entweder auf Werder Bremen oder Rekord-Pokalsieger Bayern München, die am Mittwoch im zweiten Halbfinale aufeinandertreffen.

„Normalerweise müsste das Spiel nach 20 Minuten entschieden sein. Wenn es da 3:0 steht, kann sich der HSV nicht beklagen“, meinte RB-Trainer Ralf Rangnick in der ARD. „Unterm Strich haben wir die schwere Tour gewählt. So mussten wir dann noch mal richtig Mentalität zeigen.“ Am Ende war der Coach stolz: „Die Mannschaft verblüfft uns immer wieder.“ Yussuf Poulsen (12.) hatte den Bundesliga-Dritten schon früh in Führung gebracht. Bakery Jatta (24.) gelang mit einem Schlenzer unerwartet der Ausgleich für den letztjährigen Erstliga-Absteiger. Zum Pechvogel avancierte Hamburgs Verteidiger Vasilije Janjicic (53.), der bei einer Rettungsaktion den Ball über die Linie des HSV-Tores drückte. Emil Forsberg (72.) machte den RB-Sieg perfekt.

Jatta trifft für Hamburg

Im Volksparkstadion dominierte der Champions-League-Anwärter aus Sachsen zunächst dank seiner spielerischen und technischen Klasse. Die wackeren Hamburger stemmten sich dagegen, offenbarten aber im Spielaufbau große Unzulänglichkeiten. Trotz ihrer spielerischen Überlegenheit benötigten die Leipziger einen Eckball zur Führung. Torjäger Poulsen (12.), der nach überstandener Krankheit erstmals wieder in der Startelf war, traf völlig frei per Kopf. Wie schon so oft in der Zweitliga-Saison zeigte die HSV-Deckung auch diesmal ihre Schwäche bei Standards. Vier Minuten später hätten die Gäste früh die Weichen auf einen ruhigen Pokal-Abend stellen können. Binnen weniger Sekunden scheiterte erst Poulsen am Pfosten, dann Marcel Sabitzer.

An den Kräfteverhältnissen änderte sich auch in der Folgezeit zunächst nichts. Leipzig dominierte, Hamburg wehrte sich. Um so überraschender der Ausgleich: Nach einem Fehler von RB-Mittelfeldspieler Kevin Kampl schnappte sich der unermüdliche Jatta (24.) den Ball und schlenzte ihn aus 25 Metern über Leipzigs Schlussmann Péter Gulácsi clever ins Tor.

Plötzlich spürten die Hamburger, dass mehr geht. Douglas Santos kurbelte das Spiel an. Er setzte Khaled Narey (42.) gekonnt ein, der an Gulácsi scheiterte. Der HSV versuchte nach dem Wechsel, an die Leistung in Hälfte eins anzuknüpfen. Doch mit dem ersten gelungenen Angriff der Leipziger waren alle Bemühungen dahin. Nach einer Kombination über Kampl und Poulsen war HSV-Verteidiger Janjicic (53.) zum falschen Zeitpunkt an der falschen Stelle. Forsberg machte mit seinem Treffer alles klar.