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Fußball Mit dem 8:0-Erfolg gegen Mainz ballert sich RB aus der Krise / Werner-Gala beeindruckt

Leipziger Blitzwandlung

Archivartikel

Leipzig.Nach seiner Gala-Vorstellung gegen hilflose Mainzer nippte Timo Werner kurz an seiner Trinkflasche und schlappte in Badelatschen mit einem breiten Grinsen in die Kabine. So richtig fassen konnte er nicht, was ihm gerade gelungen war. „Für mich persönlich natürlich unglaublich, aber auch für die ganze Mannschaft. Wie wir von der ersten Minute gespielt haben, war Wahnsinn“, sagte der Nationalstürmer. Mit einem Dreierpack sowie drei Vorlagen glänzte Werner beim historischen 8:0 von RB Leipzig gegen den 1. FSV Mainz 05.

Pünktlich zum Kräftemessen in der Champions League bei Zenit St. Petersburg am Dienstag (18.55 Uhr) hat RB seine magere Ausbeute von jeweils nur einem Treffer in zuletzt vier sieglosen Bundesligaspielen mit 14 Toren aus zwei Pflichtspielen förmlich weggeballert. Erst der 6:1-Rekordsieg im DFB-Pokal in Wolfsburg, dann das 8:0 gegen die zuletzt erstarkten Mainzer: „Das ist ein Statement“, betonte Werner, der mit zehn Torbeteiligungen in beiden Spielen eine Traumquote vorzuweisen hat.

Werners Auftritt verschaffte ihm zudem einen prominenten Platz in den Bundesliga-Statistiken. Denn sechs Scorerpunkte in einem Spiel schaffte seit Beginn der detaillierten Datenerfassung in der Saison 2004/2005 nur Claudio Pizarro 2013 mit seinen vier Treffern und zwei Assists beim 9:2 der Bayern gegen den HSV.

Mit Spielwitz, Zweikampfstärke (80 Prozent) und einer traumhaften Passquote von 96 Prozent legte Werner erst für Marcel Sabitzer (5.) auf, traf dann nach einer halben Stunde selbst und bereitete fünf Minuten später für Christopher Nkunku vor. Nach dem Wechsel erhöhte der 23-Jährige auf 6:0 (48.), flankte dann punktgenau auf den Kopf von Nordi Mukiele (50.), ehe er den Endstand (87.) selbst markierte. „Jeder Schuss war ein Treffer“, meinte Werner.

So richtig fassen konnte niemand die Blitzwandlung der zuletzt kriselnden Sachsen. „Wir haben es nicht so richtig glauben können, was hier passiert. Nach dem 7:0 ist Yussi zu mir gekommen und hat gefragt, wie hoch das noch ausgehen soll“, berichtete Werner. Sturmkollege Yussuf Poulsen (44.) hatte sich wie Marcel Halstenberg (39.) ebenfalls am Torfestival beteiligt.

„Haben uns abschießen lassen“

Selbst der verzweifelte Appell des Mainzer Torwarts Robin Zentner verpuffte. Der bemitleidenswerte Schlussmann ging nach dem vierten Gegentor zu jedem einzelnen seiner Verteidiger und bettelte sie förmlich an, sich doch bitte zu wehren. „Das hat offensichtlich nicht geklappt. Wir haben uns richtig abschießen lassen“, sagte Zentner.

Nach zuletzt zwei Siegen aus drei Spielen wähnte sich Mainz eigentlich auf dem Weg nach oben. Doch nun wird das kommende Spiel gegen Union Berlin plötzlich zum Wegweiser. „Die Art und Weise der Niederlage hängt allen in den Kleidern. Deswegen wird es eine interessante Woche mit dem Spiel gegen Union Berlin“, betonte FSV-Trainer Sandro Schwarz: „Wir gehen in die Analyse und schauen uns das Spiel nochmal an. Das wird keine Freude bereiten“, sagte der gefrustete Coach. dpa