Fußball

Frauenfußball 1. FFC Frankfurt will unter die Top-Fünf

Letzte Saison vor der Traumehe

Frankfurt.Wehmut kommt bei Siegfried Dietrich nicht auf, wenn am Freitag die Fußball-Frauen des 1. FFC Frankfurt mit dem Klassiker gegen Turbine Potsdam in ihre wohl letzte Bundesligasaison als eigenständiger Verein starten. „Die Historie bleibt ja“, sagte der Manager des siebenmaligen deutschen Meisters mit Blick auf die im kommenden Jahr geplante Verschmelzung mit Eintracht Frankfurt. Bei der „Traumhochzeit“, so Dietrich, „wollen wir eine gute Braut sein. Nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich.“

Zunächst gilt es aber, die Saison 2019/2020 erfolgreich zu gestalten. Nach dem fünften Platz im Vorjahr will Trainer Niko Arnautis mit seinem jungen Team weiter nach oben. „Mein Wunsch ist es, jedes Spiel zu gewinnen“, sagte der 39-Jährige.

Große Konkurrenz

Dass sich dies angesichts der Konkurrenz um Titelfavorit VfL Wolfsburg und Champions-League-Halbfinalist Bayern München kaum umsetzen lassen wird, weiß Arnautis. Daher verzichtet er auf eine konkrete Saisonvorgabe, um den Druck vom Team zu nehmen. Grenzen will er jedoch nicht setzen. „Wenn es mehr wird als Rang fünf, werde ich die Mannschaft nicht aufhalten.“ Die Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung scheinen gegeben. Der Kader wurde sinnvoll verstärkt und die Qualität erhöht. „Ich bin sehr zufrieden mit der Vorbereitung“, berichtete Arnautis. „Es macht große Freude, mit dem Team zu arbeiten.“

Prominentester Neuzugang ist die brasilianische Nationalspielerin Leticia Santos, die vom Ligarivalen FC Sand kam. Zu den Stützen gehören die neue Kapitänin Tanja Pawollek, Abwehrspielerin Laura Störzel und die österreichische Nationalspielerin Laura Feiersinger. „Die Vorsaison hat uns gutgetan, denn wir sind als Team zusammengewachsen“, sagte Feiersinger.

Der Saisonetat des viermaligen Champions-League-Siegers beläuft sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Da der 1998 aus der SG Praunheim hervorgegangene Verein mit dieser finanziellen Ausstattung im Kampf um nationale und vor allem internationale Titel nicht mehr konkurrenzfähig ist, schlüpft er im kommenden Jahr unter das Dach der Eintracht. Spätestens im Herbst sollen die Details besprochen werden. dpa